Buchempfehlungen zum alternativen Leben

 
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lalune
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BeitragVerfasst am: 19 Dez 2006 17:19    Titel: Buchempfehlungen zum alternativen Leben Antworten mit Zitat

Dann mal los... Hier meine erste Buchempfehlung zum Thema, kopiert aus der Kaminecke:

Sooo, also der Versuch einer Rezension (nachdem ich Kapitel 1-3 gelesen und in den Rest mal reingeschnuppert habe) Wink

Leo Hickman "Fast nackt - Mein abenteuerlicher Versuch ethisch korrekt zu leben"

Leo Hickman, Journalist und Redakteur beim Guardian, lebt mit seiner Frau und zwei kleinen Töchtern (anfangs ist es nur eine) in einem Reihenhaus mit Garten in London. Von Schuldgefühlen geplagt, weil er den Schritt zum "ethisch korrekten" Leben immer wieder auf morgen verschiebt, beschließt er, die Sache von Grund auf anzugehen. Zu diesem Zweck bedient er sich der Hilfe dreier Experten - seine Berater, die sich freiwillig gemeldet haben: Renée Elliot, Aufsichtsratmitglied der Soil Association und Gründerin der Planet-Organic-Bioläden in London; Mike Childs, Marketingleiter bei Friends of the Earth und Hannah Berry, die für das Verbrauchermagazin Ethical Consumer schreibt und recherchiert.

Im ersten Kapitel beschreibt er den Besuch der Berater bei ihm zu Hause und wie sie äußerst kritisch und kompromisslos alles unter die Lupe nehmen und entsprechend kommentieren. Dem Leser gewährt er dabei durch die Erzählung aus der Ich-Perspektive humorvoll und ehrlich einen Einblick in seine Gedanken "Ich komme mir langsam wie ein Kind vor und greife nach jedem Strohhalm, der mir das Gefühl gibt, dass nicht alles in unserem Leben zu Klimawandel, globaler Armut, der Zerstörung des Öko-Systems der Welt oder einer Kombination aus allen dreien führt. "Wir besitzen keine Mikrowelle", erkläre ich. "Das ist doch bestimmt gut, oder?""

Am Ende des Tages beschließen er und seine Frau (die dem Ganzen noch ein wenig skeptisch gegenüber steht), klein anzufangen und einen Schritt nach dem anderen zu machen. Sie beginnen bei den Lebensmitteln, so schildert Kapitel zwei den ersten gemeinsamen Einkauf "danach", der sich als äußerst schwierig erweist. Regionale Produkte sind rar, Biofleisch unendlich teuer usw. Wie in jedem Kapitel werden auch hier zwischendurch noch einmal thematisch passende Details aus der Hausinspektion integriert "Hannah hält es für wichtig, dass Fleischesser sich darüber im Klaren sind, dass der Verzehr von Fleisch nach dem Erwerb und Gebrauch von Autos am zweitschädlichsten für die Umwelt ist" (wird auch noch weiter erläutert natürlich).

In Kapitel 2 und 3 verfolgt er seinen Müll bis zur Deponie, lernt dabei eine Menge über das Müll- und vor allem Recyclingproblem (die Engländer sind da offensichtlich im europäischen Vergleich noch nicht so "fortschrittlich") und legt sich daraufhin einen Bio-Komposter mit Regenwürmern im Garten an.

Weiter geht es mit Kapiteln über Gemüse aus der Kiste und dem Garten, Urlaub, Zweifel, Putzen und Waschen, Transport und Energieverbrauch, Ungeziefer, Fleisch, Medizin (Tochter muss ins Krankenhaus), Heizen, Klamotten und Weihnachten und einem Nachwort.

Da das Experiment wohl auch auf der Homepage des Guardian zu verfolgen war, sind in den späteren Kapiteln auch Leserbriefe aus aller Welt abgedruckt, die z.T. hilfreiche Tips enthalten wie ich finde "...vor ungefähr sechs Monaten habe ich damit begonnen, meine eigenen Haushaltsreiniger herzustellen. Es hat sich als sehr einfach, preiswert und effektiv herausgestellt: Man braucht dazu Waschsoda, Essig, reine Seife und Borax und für den Geruch vielleicht ein bischen Teebaum- oder Eukalyptusöl...". Als Leo allerdings dann in der Apotheke nach 2kg Waschsoda fragt, schaut man ihn komisch an, weil es offensichtlich üblich ist, dass Drogendealer ihre Drogen damit strecken... Laughing Er bekommt es aber trotzdem...

Insgesamt finde ich persönlich das Buch sehr gelungen. Um deine Frage nach etwas "Neuem" für die bereits wohl Informierten zu beantworten Merin: Ich würde den Hut vor demjenigen ziehen, der das alles schon weiß. Gut - es können Kleinigkeiten sein und Vieles ist sicherlich – vor allem unter denen, die bereits bewusst leben - bekannt, aber es wird auch Vieles beziffert und vor allem im Zusammenhang erklärt, so dass man eine genauere Vorstellung bekommt. Außerdem wird bei vielen Dingen genau nachgeforscht und verglichen, wie z.B. die Frage nach Wasserkocher oder besser Kessel auf dem Herd, was wiederum abhängig ist von der Frage Gas oder Strom usw.

Ich finde es in jedem Fall empfehlenswert und wage mal zu behaupten, dass es auch deiner kritischen Durchleuchtung standhalten kann. Ist allerdings die Frage ob die unterhaltsame, humoristische Erzählweise trotz ernster Thematik jedermanns Sache ist. Ich finde allerdings den Fakten tut es keinen Abbruch und für meinen Geschmack sind diese auch zu Genüge enthalten, auch wenn es letztendlich "nur" ein Erfahrungsbericht ist.

Im Übrigen hat mich bereits das Vorwort, in dem er seine Beweggründe oder seinen Weg zum Experiment beschreibt sehr an diesen Thread erinnnert: https://www.kräuterkommune.de/viewtopic.php?t=411 …. Wink

„Aber ich rufe lieber über Teletext die Fußballergebnisse ab oder gehe mit meiner Tochter im Park spazieren, als zu lange über dieses hässliche, negative Zeug nachzugrübeln. und außerdem, was kann ich schon tun? Deshalb gehen wir doch wählen….. Konnte ich – jemand, der ein ganz normales, komfortables Leben in einem Londoner Außenbezirk führt – meine täglichen Gewohnheiten als Konsument zurückschrauben und versuchen, ihre tatsächlichen Auswirkungen zu verstehen?“

So jetzt kommts mir wie immer wenn ich so was schreibe ein wenig konfus vor, aber ich hoffe es vermittelt zumindest einen groben Eindruck. Falls ihr noch konkrete Fragen habt (evtl. zu speziellen Kapiteln), schau ich gerne genauer nach Wink
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Merin
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BeitragVerfasst am: 24 Dez 2007 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Tanja Busse: Die Einkaufsrevolution. Konsumenten entdecken ihre Macht.

Das Buch liefert Hintergründe, die man braucht, um politisch zu konsumieren. Es deckt viele Bereiche ab, unter anderem Lebensmittel, Teppiche, Pharmakonzerne, Steine, Geldanlagen, Kleidung... neben den Informationen ist es auch sehr bestärkend und fordert auf, die Macht, die wir als KonsumentInnen haben auszunutzen.
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Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
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Zaunrübe
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BeitragVerfasst am: 12 Jan 2011 14:03    Titel: Antworten mit Zitat

Andreas Hoppe: Allein unter Gurken (Mein abenteuerlicher Versuch, mich regional zu ernähren)

Selbstversuch des Schauspielers Andreas Hoppe sich ein Jahr lang „regional“ zu ernähren, sprich: nur Lebensmittel zu sich zu nehmen, die aus einem Umkreis von maximal 100 Kilometern rund um den Wohnort stammen.

Habe ich neulich mal reingelesen und fand es, sagen wir mal ganz interessant. Wohl aber deutlich an ein Publikum gerichtet das sich sonst nicht mit alternativem Leben in der Praxis auseinander setzt.
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