Löwenzahn

 
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Merin
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BeitragVerfasst am: 24 Mai 2006 12:23    Titel: Löwenzahn Antworten mit Zitat

Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Löwenzahn ist eins der Heilkräuter, die dem Namen nach jede kennt, die aber immer wieder ungeliebt und unterschätzt werden. Das liegt wohl daran, dass Löwenzahn eine unheimliche Vitalität besitzt und quasi überall wächst. Auch da, wo wir ihn nicht haben wollen.

Beschreibung: Löwenzahn ist sehr formenreich. Die Blätter und Blüten können je nach Standort sehr unterschiedlich aussehen. Sie sind meist schrotsägeförmig und wachsen in einer grundständigen (das heißt bodennahen) Rosette. Typisch ist der weiße Milchsaft, von dem manchmal behauptet wird, dass er giftig sei. Das stimmt wahrscheinlich nicht, er geht nur schwer wieder von Händen und Kleidung ab. Manche frustrierte Mutter hat vielleicht das Kräutlein deshalb den Kindern als angeblich giftig verboten... Aussaugen und trinken sollte man den Saft trotzdem nicht.

Vorkommen: Löwenzahn wächst auf Wiesen und Weiden und am Wegesrand. Er ist heute weltweit verbreitet.

Inhaltsstoffe: Er enthält jede Menge Bitterstoffe und unter anderem auch Carotinoide, Flavonoide und Mineralstoffe (viele Kaliumsalze! Eisen, Jog, Kalium, Mangan), Inulin, Cholin, Gerbstoffe, Saponine. Die Blätter sind sehr reich an Vitamin C, ein Blatt deckt den Tagesbedarf.

Heilwirkung: Er regt die Sekretion der Verdauungsdrüsen an, wirkt harntreibend (den französischen Name pisenlit könnte man frei mit Bettnässer übersetzen) und fördert Appetit und Verdauung. Auch bei Rheuma und Ekzemen soll er helfen. Presssaft aus frischen Blättern oder diese selbst als Salat können zu Frühjahrskuren verwendet werden um zu entschlacken und das Immunsystem zu stärken. Er wirkt blutreinigend und belebend.
Löwenzahn wirkt auf Leber und Galle und kann helfen, kleinere Gallensteine auszutreiben. Eine Frühjahrskur ist hier besonders hilfreich. Auch als Tee kann man ihn verwenden, dazu mischt man Blätter, Blüten und Wurzeln.
Löwenzahnwurzel wurde früher getrocknet und zu Kaffeeersatz verarbeitet. Sie hat aber auch eine starke Heilwirkung, regt als Tee den Appetit an. Der Tee ist allerdings sehr bitter und man sollte ihn ohne Zucker trinken, weil sonst die Heilkraft verloren geht.
Löwenzahnöl eignet sich zur Brustmassage als Krebsvorbeugung (ein Mal monatlich massieren). Die Blüten sollen die Hormonproduktion von Frauen regulieren helfen.

Verwendung in der Küche: Salat, gemüse aus Wurzeln, gedünstete Knopsen, Löwenzahnhonig, Löwenzahnwurzelkaffee

Sammelzeit:
Blätter und Blüten: Frühjahr, junge Blätter auch später
Wurzel: Frühjahr oder August-Oktober

Und so sieht er aus:



oder so:


Foto: Merin und Admin


Zuletzt bearbeitet von Merin am 06 Jul 2007 12:03, insgesamt 2-mal bearbeitet
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katja
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BeitragVerfasst am: 09 Aug 2006 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt ja diverse Löwenzahnhonigrezepte. Wir haben ganz viel rumgefragt und uns dann das ultimative Spechtrose-Rezept zusammengebastelt. Das Ergebnis schmeckt sehr lecker, etwas karamellig. Er hat eine Konsistenz wie Waldhonig. Hier ist es:

Spechtrose Löwenzahnhonig

4,5 kg Rohrohrzucker
4 Bio-Orangen
4 Bio-Zitronen
3l Wasser
600-1000 g Löwenzahnblüten

1. Von den Blüten die grünen Körbchen abzupfen. (Ob man das machen muss oder nicht konnte ich leider nicht herausfinden. Angeblich ist der Honig bitterer wenn man die Kelche dranlässt. Unserer war null bitter, aber das auspulen war schon ne große Arbeit....)
2. Blüten und Zitrusfrüchte mehrere Stunden in Wasser einweichen.
3. Blütenwasser aufkochen, 15 Minuten kochen lassen, dann abseihen. Ordentlich ausdrücken und hoffentlich Finger dabei nicht verbrennen.
4. Den Zucker dazugeben und rühren. Kochen lassen, bis es die richtige Konsistenz hat (bei uns hat das. ca. 2,5 Stunden gedauert). Heiß in Gläser füllen.

Vielleicht hat ja mal jemand systematisch probiert, was passiert, wenn man die erste Kochzeit verlängert, länger oder kürzer einweicht oder eben das Grüne dranlässt? Die Rezepte variieren da ja enorm. Wir haben das hier auch unseren zeitlichen Möglichkeiten angepasst...
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Prechta
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BeitragVerfasst am: 10 Okt 2006 9:01    Titel: Antworten mit Zitat

Bei Warzen hatte man früher am dritten Tag des abnehmenden Mondes eine Löwenzahnwurzel ausgegraben und die Warze mit dem Saft eingerieben. So wie der Mond weiter abnahm, so verschwand auch die Warze.

Quelle: Marzell die Pflanzen im deutschen Volksglauben
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träumende Elfe
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BeitragVerfasst am: 20 Okt 2006 11:22    Titel: Antworten mit Zitat

du musst Löwenzahngelee auf einem warmen, frischen Sesambrötchen essen *sabber* Marmelade hat ja sicherschon jeder von euch gemacht, oder? Und so macht ihr auch Löwenzahngelee. Ihr dürft aber nur die Köpfe nehmen... Und falls das tatsächlich jemand machen möchte: es stinkt bestialisch, wenn man den Löwenzahn kocht, aber lasst euch davon nicht abschrecken.... schmeißt das blos nicht weg dagegen
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kraut_ruebe
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BeitragVerfasst am: 21 Dez 2006 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Löwenzahnkaffee:

Löwenzahnwurzeln ausgraben, von Blättern und Erde befreien, kleine schneiden und in einer Pfanne rösten.

Die gerösteten Wurzeln vollständig trocknen lassen und mahlen, aus diesem Pulver Kaffee kochen.

Schmeckt gar nicht mal so schlecht und ist toll für Kinder, weil ja kein Koffein drin ist!
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Melissa
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BeitragVerfasst am: 03 Apr 2007 9:11    Titel: Antworten mit Zitat

zum Thema Löwenzahnhonig:
ich habe leider mein Rezept verlegt, vor zwei Jahren habe ich das letzte Mal welches gemacht, der aber etwas zu lange köchelte, so dass man ihn dann lutschen musste.

Hat jemand das Rezept ausprobiert, oder vielleicht noch ein anderes gutes gefunden?
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Quidam
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BeitragVerfasst am: 03 Apr 2007 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

@katja
der Honig wird wirklich bitterer, wenn man die Köpfchen dran lässt. Es lohnt sich die Arbeit zu machen und die Blüten abzuzupfen.

Ich koche schon seit Jahren Löwenzahnhonig und er schmeckt immer ganz toll. Aber erst seit ich die Köpfchen nicht mehr dran lasse Very Happy

LG Quidam
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Merin
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BeitragVerfasst am: 03 Apr 2007 11:26    Titel: Antworten mit Zitat

Melissa das oben geschriebene Rezept ist das, was wir aus ca. 10 Rezepten aus verschiedenen Büchern und dem Netz für uns optimiert haben. Wir haben es also ausprobiert und für gut befunden. Die Beschreibungen des Ergebnisses sind wirklich empirisch. Very Happy Wenn du nach Löwenzahnhonig + Rezept googlest wirst du viele andere Varianten finden.

Ich mach mal in der Kommunenküche einen extra Löwenzahnhonigthread auf. Da können dann alle ihre Rezepte posten.
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Morgan
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BeitragVerfasst am: 31 Mai 2012 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Löwenzahn-Saft aus den Stängeln kann man tatsächlich Warzen wegkriegen.
Einfach über mehrere tage hinweg mehrmals täglich etwas "Löwenmilch" auf die Warze geben, sie wird kleiner und trocknet ab.
Das klappt übrigens auch mit Schöllkrautsaft, Zitronensaft - ja sogar mit der berühmten Schnecke, die man über die Warze kriechen lässt. Es scheint völlig egal zu sein, was man auf die Warze streicht!
Ich habe dergleichen Hokuspokus schon oft mit Erfolg bei meinen Kindern angewendet und habe eine eigene Theorie dazu, die ich hier mal präsentieren möchte. Gerne würde ich hören, was ihr dazu meint!

Warzen werden ja von Viren verursacht.
Meist entstehen sie auf schlecht durchbluteter Haut, besonders gern an immer feuchten, kalten Kinderfingern. Das Blut kommt also nicht in die haut, um die Warzenviren zu bekämpfen.
Es scheint, als hätte der Körper diese bestimmte Stelle vernachlässigt!
Durch das Draufmachen egal welcher Substanz wird die Aufmerksamkeit nun wieder auf die erkrankte, vernachlässigte Körperstelle gelenkt und die Selbstheilungskräfte können wirken.
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Merin
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BeitragVerfasst am: 01 Jun 2012 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe keine Ahnung. Bei mir half an den Füßen das alles nicht...
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BeitragVerfasst am: 01 Jun 2012 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Den als "Unkraut" verschrieenen Löwenzahn (auch "Pusteblume" genannt) kennt wohl jeder an seinen länglichen, unregelmäßig gezahnten Blättern und den goldgelben Blüten, die als Samenstand zu weißgrauen Kugeln aus winzigen "Schirmchen" reifen, die sich durch Schütteln oder Pusten leicht lösen und an feinem Stiel je ein Samenkorn tragen.
Der hohle Stiel der Pflanze, aber auch die Blätter, enthalten einen milchigen, leicht hautreizenden Saft.

Der Löwenzahn ist reich an Bitterstoffen, dies verhilft ihm zu einer außerordentlich blutreinigenden Wirkung, die eigentlich auf einer Verbesserung der Fettverdauung durch Anregung des Galleflusses beruht. Zudem wirkt Löwenzahn stark harntreibend.

Im zeitigen Frühjahr schon erscheint die Blattrosette des Löwenzahns, aus der sich bald der Stiel mit der zunächst noch fest geschlossenen Blütenknospe schiebt.
Dies ist der beste Zeitpunkt, die Blätter für einen Salat oder eine Kräutersuppe zu ernten. Noch sind die Bitterstoffe nicht sehr ausgeprägt.

Erscheint erst die Blüte, schmecken die Blätter sehr bitter und sind nur noch Hartgesottenen zu empfehlen.
Aus den Blüten macht man einen wohlschmeckenden Brotaufstrich, kann auch Gelee kochen und Wein keltern.

Mit der Ernte der Wurzel dagegen wartet man bis zum Herbst, wenn der Löwenzan ausgeblüht hat.
Aus der getrockneten und geschnittenen Wurzel gewinnt man einen Teezusatz, der zusammen mit anderen harntreibenden und bitterstoffhaltigen Kräutern (Hauhechel, Wachholder, Brennessel u.a.) einen guten Fasten- oder Blutreinigungstee ergibt.
Auch kann man alle oberirdischen Teile der Pflanze trocknen und zusammen mit der Wurzel zu einem Tee kochen.

Der Audruck "Das ist keinen Pappenstiel wert" bezieht sich übrigens auf den abgeblühten Löwenzahn.
Weil die der grauen "Perücke" beraubten Blütenböden an die kahlgeschorenen Schädel von Mönchen (Pfaffen, mittelhochdeutsch Papen) erinnern, bekamen sie den Namen Pappenstiel. Mit einem abgeblühten "Pappenstiel" kan man nun wirklich gar nichts anfangen - wertloser geht es nicht.
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