Neozooen

 
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Lebenstaenzer
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Anmeldedatum: 31.07.2008
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BeitragVerfasst am: 04 Jul 2012 21:11    Titel: Neozooen Antworten mit Zitat

Ich weiss nicht genau, ob ich im richtigen Unterforum bin, wenn nicht bitte einfach verschieben.

Neozooen sind - von Menschen - aus anderen Regionen eingeführte Arten, die sich daraufhin in ihrem neuen Revier weiter verbreiten und meist einheimische Arten verdrängen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Neozoon

Relativ bekannt sind wohl die schwarzen amerikanischen Eichhörnchen, die unsere roten Eichhörnchen verdrängen. Weniger bekannt - mir zumindest - sind wohl die asiatischen Marienkäfer, doch auch sie richten Unheil an:
Der Asiatische Marienkäfer ist wesentlich gefräßiger als seine einheimischen Kollegen. Aus diesem Grund wurde er vor einigen Jahren zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingeführt. Im Jahre 1997 wurden dann in Belgien zum erstem Mal freilebende Exemplare gefunden. Seit dem breitet sich der Asiatische Marienkäfer (teilweise massenhaft) in Europa aus. [...]
Leider frisst der Asiatische Marienkäfer nicht nur große Mengen von Blattläusen (bis zu 270 pro Tag) sondern er macht sich auch über die Larven der einheimischen Marienkäfer und andere Nützlinge her. Längerfristig könnte das bedeuten, dass einheimische Arten verdrängt werden. Etwas beunruhigend finde ich auch die Aussicht, dass sich angeblich im Herbst Schwärme dieses Eindringlings an unseren reifen Früchte laben sollen.

Quelle: http://www.hobby-garten-blog.de/pflanzenschutz/489-der-asiatische-marienkaefer.php
Siehe auch: http://www.7tepe.de/marienkaefer.html

Anlass meines Posts ist, dass meine grosse Freude ueber die eigene Marienkaeferzucht im Balkonkasten grade in sich zusammengesackt ist, als ich entdeckt habe dass es wahrscheinlich die asiatischen Exemplare sind. Sad

Was haltet ihr von Neozooen (und Neophyten), und wie geht ihr mit ihnen um, wenn ihr ihnen begegnet?

Confused
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silva
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Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 05 Jul 2012 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Die Einheimischen haben zwei oder sieben Punkte, die Asiaten 19 soweit mir bekannt ist. Und ja, ich habe es auch schon mit Erschrecken festgestellt, dass ich seit mehreren Jahren keinen einzigen einheimischen Marienkäfer mehr gesehen habe, die asiatischen hier aber in rauhen Mengen herumschwärmen, so dass wir sie im Winter(!) jeweils zuhauf in der Wohnung finden. Dass die Käfer die Larven unserer Marienkäfer fressen wusste ich nicht. Und das sie an den Früchten naschen war mir ebenfalls nicht bekannt. Gruselig.

Die forcierte und massenhafte Einbringung von fremden Lebewesen in ein funktionierendes Ökosystem halte ich für sehr bedenklich. Letztlich sägen wir damit an dem Ast auf dem wir sitzen.

In meinem eigenen Garten versuche ich mich daran, nur einheimische Pflanzen bzw. alte Sorten anzusiedeln, allerdings lasse ich das, was bereits da war (Rhododendren, Sommerflieder uä), erst einmal stehen. Wobei die Rhododendren wohl eher keine Gefahr für die einheimische Pflanzenwelt darstellen, so heikel, wie sie sind. Wink Aber den persischen Ehrenpreis und seinesgleichen werde ich sicher nicht so leicht wieder los. Na ja, zumindest hat er mir verraten, dass ich lehmigen Boden habe. Wink

Prinzipiell mag ichs lieber "urtümlich", auch und gerade, was meine Ernährung angeht, die ich ja zumindest zum Teil aus dem Garten bestreiten will. Die einseitige Hinzüchterei finde ich ebenso bedenklich wie die unüberlegte Einführung von Pflanzen von "außerhalb". Man weiß einfach nie, was sich da alles verschiebt und welche Auswirkungen das im Endeffekt hat.
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Morgan
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Beiträge: 301
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BeitragVerfasst am: 05 Jul 2012 22:49    Titel: Antworten mit Zitat

Das stimmt einerseits. Andererseits ist die Sache mit den Neozooen gar nicht so neu wie man meint. Denkt nur an die Kartoffelkäfer, die samt den Kartoffeln aus der Neuen Welt kamen und hier keine Feinde hatten und haben. Unter den Schäden, die sie verursachten, hatte "nur" der Mensch zu leiden, das aber massiv.
Manches ist auch schon so lange her, dass man gar nicht mehr weiß, dass bestimmte Pflanzen oder Tiere ursprünglich hier nichts zu suchen hatten - zum Beispiel die Esskastanien- und Walnussbäume in südwestdeutschen Wäldern. Die kamen auch erst durch die Römer zu uns.
Ob etwas nützt oder schadet, ist mir irgendwie zu "menschlich" gedacht. Letztendlich leben wir in Europa nicht in einem intakten natürlichen Ökosystem, sondern in einer Kulturlandschaft, einem gigantischen Garten, wenn man so will. Es wurden schon so viele Veränderungen vorgenommen, die sich aus ökologischen gründen heutzutage keiner mehr trauen würde - wie die Trockenlegung der Pontinischen Sümpfe in Italien. Wäre das nicht geschehen, gäbe es heute in Europa noch Anophelesmücken und damit die Malaria! Einen Teil der veränderungen durch neue Tier- und Pflanzenarten wird sicher der mensch regeln müssen in seinem "Garten", einen anderen, vermutlich jedoch größeren Teil wird die Natur selbst besorgen.
Das soll kein Freibrief sein für die vorsätzliche oder fahrlässige Ansiedlung oder Freisetzung von nicht einheimischen Pflanzen und Tieren. Aber ich fürchte mich auch nicht vor den Neuankömmlingen.
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Merin
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BeitragVerfasst am: 23 Jul 2012 9:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schwanke. Einerseits finde ich Neueinführungen bedenklich, andererseits sind es so viele (ganz viele Obstbäume auch) und seit so langem, dass es einfach mit zur heutigen Kulturlandschaft gehört.
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