ernsthaft Sprechen mit Babies - OP vor- und nachbereiten

 
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Merin
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BeitragVerfasst am: 29 Feb 2008 16:55    Titel: ernsthaft Sprechen mit Babies - OP vor- und nachbereiten Antworten mit Zitat

Ich möchte mal von meinen Erfahrungen berichten, bezüglich der Vor- und Nachbereitung der Operationen bei meiner Maus. Vielleicht kann daraus ein Austausch werden oder ich kann andere Mütter anregen.

Ich habe mich, als ich erfuhr, dass meine Kleine operiert werden muss, mit mehreren Heilpraktikerinnen und auch Müttern unterhalten und bin immer mal wieder darauf hingewiesen worden, dass es wichtig sei, die Eingriffe mit meinem Kind vor- und nachzubereiten, dass heißt, mit ihr darüber zu sprechen. Ich fand das gefühlsmäßig sofort einleuchtend, nur fiel mir auf, dass ich gar nicht wusste, wie ich mit meiner 3 bzw. 4 Monate alten Tochter über so ein ernstes Thema sprechen soll. Ich habe das Gefühl, unsere Kultur sieht für Gespräche mit Babies nur "Dutschiedutschie" vor. Je mehr ich mich aber mit meinem Wunsch, ihr zu erzählen, was geschehen wird bzw. ist, auseinander gesetzt habe, desto mehr fand ich für mich (und ich hoffe auch für sie) passende Worte, Gesten und Stimmungen. Ich konnte ernsthaft und einfühlsam mit ihr sprechen, ihr davor erzählen, was ich weiß, aber auch, was ich nicht weiß und ihr immer wieder sagen, dass ich in Gedanken bei ihr bin, auch wenn sie allein in den OP muss. Danach habe ich ihr dann erzählt, was ich gemacht habe in der Zeit ohne sie und habe versucht zu erfühlen, wie es ihr ergangen sein könnte. Ich habe das Gefühl, dass uns das verbunden hat und dass es ihr den Umgang mit der schwierigen Situation erleichtert hat. Ich habe ihr danach auch von ihrer Brille und ihren Kontaktlinsen erzählt.

Ich möchte einfach Mut machen, mit Kindern und auch Babies schon ernst zu sprechen und ihnen zu erklären, was mit ihnen geschieht. Das beim Anziehen, Wickeln usw. schon zu tun, ist hoffentlich vielen schon klar (auch wenn ich hier auch erst Ermunterung von außen brauchte), aber besonders in Ausnahmesituationen wird es sicher vielen eher wegrutschen....
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ilinga
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BeitragVerfasst am: 29 Feb 2008 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, ich finde das Thema sehr interessant.
Auch wenn ich noch nicht so schnell Mutter sein werde, habe ich auch nicht unbedingt das Bedürfnis später mit meinem Kind wie mit jemand geistig umnachteten zu sprechen.
Mit meinem Hund habe ich ganz normal gesprochen wie mit anderen Menschen auch, mit den Katzen auf die ich aufgepasst habe genauso.
Sie haben mich auf diese Art sehr wohl verstanden, warum sollte es ein Kind also nicht?
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Merin
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BeitragVerfasst am: 01 März 2008 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Auch wenn ich deinen Kommentar verstehe (auch ich habe viel mit Tieren gesprochen) muss ich irgendwie doch anmerken, dass ich schon einen Unterschied zwischen Tieren und Menschen machen möchte. Ich weiß gar nicht so genau, warum mir das wichtig ist, vielleicht, weil ich es immens wichtig finde Babies von Beginn an Humanität zuzusprechen, was ja leider nicht selbstverständlich ist. Es geht mir darum, Kinder in ihrem Menschsein ernst zu nehmen, sie als Kommunikationspartenr anzuerkennen und vor allem: als Handelnde. Also eben nicht nur mti ihnen zu machen, sondern sie auch zu informieren und ihnen, mit wachsendem Alter und Möglichkeiten immer mehr, aber doch auch von Geburt an, Gestatungsspielräume einzuräumen.
Kommunikation ist auch bei Tieren wichtig, aber es ist ein ganz anderes Thema. Ggf. bräuchte dieses einen extra Thread...
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Nenya
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BeitragVerfasst am: 03 März 2008 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

hm also, ich hab nix gegen Babysprache. Ich find das gehört dazu man muß das ja nicht übertreiben aber ich finds schon wichtig mit einem Baby oder einem Kleinkind, Kindisch zu reden. Es macht dem Kind ja auch Spaß, daß heißt doch nicht gleichzeitig das ich es so weniger ernst nehmen würde. Vernünftig sprechen muß es irgendwann eh, von daher würde ich mit meinem Kind soviel wie möglich kindisch reden.
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BeitragVerfasst am: 03 März 2008 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

Und wie erklärst du deinen Kind "kindisch", dass du es morgen an einer OP-Tür angeben wrist und dass es dann eine Narkose bekommen und operiert werden wird? Was ist überhaupt "Babysprache"?

Ich bin etwas erstaunt über die Reaktionen auf meinen Thread. Hab ich mich unverständlich ausgedrückt, oder wie kommt das zu Stande?
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Nenya
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BeitragVerfasst am: 04 März 2008 11:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich dachte du meinstest das allgemein Merin. Wenn ich mit einem Baby spreche sag ich gern dadada oder gutschigutschi, sowas halt beim spielen. Babys finden das eigentlich immer lustig.
Manchmal denke ich das es besser ist einem Kind nicht alles zu erzählen denn leider kann es immer anders kommen und dann ist es schlimmer als vorher.
Ich habe mal einem kleinem Baby vorgesungen als es vor einer Herz Operartion stand, es sollte eigentlich ein Routine Eingriff sein, das Resultat war dass das Baby einen Herzschrittmacher bekam Sad
Verstehst du was ich meine?
Ich habe gemerkt das alleine durch meine Anwesenheit und durch Berührung es dem Kind besser ging. Zuhause habe ich dann mit Freunden sachlich über die Operationen gesprochen.
Vielleicht wäre es anders besser gewesen, ich weiß es nicht Merin.
Wenn es sich für dich so richtiger anfühlt, dann mach das so. Ich hätte es nicht gekonnt. Ich hätte mich nicht im Griff gehabt und hätte dabei nur geheult, das wollte ich nicht.
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BeitragVerfasst am: 04 März 2008 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Nein ich glaube, dass ich es nicht verstehe. Jede Operation birgt ja ein Risiko und natürlich geht es nicht darum, meinem Baby den Aufklärungsbogen inkl. aller Risiken vorzulesen. Es geht um Verbundenheit und darum, dass sie der Eingriff nicht überrascht. Aber sicher gibt es auch verschiedene Wege, ein Baby in so einer schwierigen Zeit zu begleiten. Ich habe natürlich nicht nur ernst mit Thea gesprochen. Wir haben auch Quatsch gemacht, ich habe gesungen usw. Aber es gab eben auch ernste Gespräche.

Was "Babysprache" angeht: Beim Spiel hat die ja auch ihre Berechtigung. Aber wenn es um OPs geht und dem Wunsch, darüber mti dem Kind zu sprechen, dann kommt man damit meines Erachtens nicht weiter.

Und was das Weinen angeht: Ich habe auch mit Thea geweint. Und es gab auch Zeiten, zu denen ich mit ihr nicht ernsthaft sprechen konnte, weil ich das psychisch nicht ausgehalten hätte. Das ist okay, finde ich. Später, als ich die Kraft wieder hatte, habe ich mich ihr wieder anders zugewendet.
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Miriam
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BeitragVerfasst am: 04 März 2008 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann hier nicht wirklich mitreden, da ich keine Kinder habe und noch nie in einer solchen Situation war; aber beim Lesen fand ich, dass es sich sehr vernünftig und richtig anhört, wie du es gemacht hast, Merin.
Ich würde wahrscheinlich versuchen, es auch so zu machen...

Da fällt mir noch ein, dass es in meinem Bekanntenkreis ein Mädchen gibt, bei der eine schwere Krankheit diagnostiziert wurde, als sie zwei war; auch da haben die Eltern erzählt, dass sie - auch angeregt von den Ärzten - möglichst offen (natürlich dem Alter angemessen) mit ihr über die Krankheit und die Behandlung gesprochen haben.
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JolandaRingelblume
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BeitragVerfasst am: 05 März 2008 8:48    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich muss man einem Kind erzählen, was auf es zukommt. Und natürlich sollte das in einer kindgerechten Sprache passieren. Egal in welchem Alter. Aber ich denke, dass elterliche Sorgen und Ängste da außen vor sein sollte. Schließlich sind wir Eltern für unsere Kinder der Halt, die, die alles wieder in Ordnung bringen können und ihnen daher Geborgenheit und Sicherheit geben, auch wenn draußen oder anderswo ein Sturm fegt.

Dass das Leben nicht einfach ist, bekommen sie schon selbst recht schnell mit. Ich denke, Merin hat das schon richtig gemacht. Ich würde allerdings auch mit keinen Erwachsenen über Risiken einer OP reden (außer er möchte es), wenn ich ihm Mut machen will, sondern eher mit ihm über die Zeit danach, über schöne Dinge geben, damit er/sie einfach etwas Hoffnung schöpft und nicht schon entmutigt in die OP hineingeht.

Wichtig ist nur, dass das Würmchen weiß, dass man bei ihm ist, dass alles wieder gut wird und dass man auch danach immer für es da sein wird. Ist schon eine schwierige Aufgabe, genug.

Ist ein schwieriges Thema, ich weiß.

Zur Babysprache. Ich habe mal eine BBC-Dokumentation gesehen, wo die These aufgestellt wird, dass Babysprache ganz generell sehr wichtig für die Sprachentwicklung eines Kindes ist, da es bestimmte Silbenfolgen in einer bestimmten Tonhöhe besser aufnehmen kann und wieder erkennt. Viele Menschen machen das einfach instinktiv. Es ist auch eine Art der Kommunikation.

lg
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Merin
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BeitragVerfasst am: 05 März 2008 18:20    Titel: Antworten mit Zitat

In der Entwicklungspsychologie sind solche Thesen sehr verbreitet. Ethnologisch ist es allerdings so, dass viele Völker sowas wie eine Babysprache gar nicht haben und die Kinder trotzdem gut sprechen lernen. Mein Fazit ist: Machs so wie es Dir (und dem Kind) gefällt...
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BeitragVerfasst am: 06 März 2008 9:30    Titel: Antworten mit Zitat

Recht hast du Merin.

Ich komme immer mehr zu dem Schluß, dass sowohl Psychologie als auch Ernährungswissenschaft zu den esoterischen Wissenschaften gehören müssen. Embarassed Laughing Laughing Laughing

lg
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BeitragVerfasst am: 05 Jun 2008 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Vor kurzem wurde mir ein Link empfohlen, der zum Thema Narksoe passt und den ich deshalb hier einfüge: http://www.kinder-narkose.de/. Es geht darum, Kind und Eltern auf eine Narkose vorzubereiten.
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