Gibt es wirklich Ökostrom?

 
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Merin
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BeitragVerfasst am: 30 Jun 2008 20:58    Titel: Gibt es wirklich Ökostrom? Antworten mit Zitat

Ich habe heute den Link zu einem Zeit-artikel bekommen, den ich euch nicht vorenthalten möchte: http://www.zeit.de/2008/26/U-Oekostrom?page=1. Ich finde ihn ziemlich ernüchternd, was Strom angeht. Zurückwechseln werde ich deshalb aber nicht. Was denkt ihr?
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Merin
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BeitragVerfasst am: 02 Jul 2008 20:02    Titel: Antworten mit Zitat

Stellungnahme von Greenpeace Energy
zum Artikel „Illusion Ökostrom“ von Dirk Asendorpf, Die Zeit 26/2008
„Wer grüne Elektrizität kauft, erhält den gleichen grauen Strom wie alle anderen“, schreibt Zeit-Autor Dirk Asendorpf und spricht deshalb von der „Illusion Ökostrom“. Doch die Kritik greift viel zu kurz. Die Vorteile, die Ökostrom Umwelt wie Verbrauchern bietet, vernachlässigt der Artikel weitestgehend. Wer zu ehrlichem Ökostrom wechselt, erreicht damit viel mehr als nur die Verbesserung der persönlichen Klimabilanz. Hier die Argumente: Natürlich stimmt, dass – zumindest unmittelbar – der Bezug von Ökostrom für sich betrachtet nichts am europäischen Gesamtmix ändert, so lange so viel Strom benötigt wird, dass auch alle Kohle- und Atomkraftwerke ihren Strom verkaufen können. Längerfristig dürften die Millionen Verbraucher, die auf Ökostrom setzen und dies mit dem Anbieterwechsel demonstrieren, aber durchaus Lenkungswirkung
auf die Zusammensetzung des Kraftwerkparks entfalten. Die Zeit schreibt ja selbst, dass inzwischen zwei Millionen Haushalte zu Ökostrom gewechselt sind. Zwei Millionen, die keinen Atom- und Kohlestrom
mehr wollen, sondern erneuerbare Energien – welch ein fulminantes politisches Signal!
Und mehr als das: Zumindest die Kunden seriöser Ökostromanbieter können sicher sein, dass ihr Geld, das sie für den Strom bezahlen, auch tatsächlich bei Öko-Kraftwerken landet. Die Lenkung des Geldflusses ist vielen Kunden sehr wichtig. Sie wollen sagen können, dass Sie der Atom- und Kohleenergie nicht nur die politische, sondern auch die finanzielle Unterstützung entzogen haben.
Die wohl bedeutsamste Aufgabe ist jedoch der Beitrag zur Energiewende: Ökostrom macht dann Sinn, wenn mit seinem Bezug der Ausbau der erneuerbaren Energien gefördert wird. Jeder seriöse Ökostrom-Anbieter muss deshalb einen solchen Fördermechanismus in sein Produkt integrieren. Bei Greenpeace Energy wird jeder neue Kunde nach spätestens fünf Jahren vollständig aus Anlagen versorgt, die in diesen fünf Jahren neu entstanden sind. Das können Anlagen von unabhängigen
Betreibern sein, oder Kraftwerke, die Greenpeace Energy selbst initiiert und baut. Über das Tochterunternehmen Planet energy wurden bereits 17 Millionen Euro in den Anlagenbau investiert. Damit wurden zwei Windparks, zwei Fotovoltaikanlagen und die Planung des Weserkraftwerkes Bremen finanziert.
Greenpeace Energy fördert den Ausbau der Erneuerbaren also sowohl auf der Nachfrage- als auf der Angebotsseite. Die Nachfrage nach Ökostrom speziell aus neuen Anlagen ist für Betreiber ein wichtiges
Argument für den Aus- und Neubau gerade solcher umweltfreundlicher Kraftwerke, die nicht unter das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fallen. Was den Bau eigener Kraftwerke angeht, so kritisiert
der Zeit-Artikel, dass Anlagen, die Greenpeace Energy nicht baut, dann eben jemand anders errichten würde. Ein Totschlagargument: Nach der Logik brauchte die Sparkasse ab sofort keine Kredite mehr
zu vergeben, weil die Volksbank das ja ebenso gut macht. Und das Beispiel Weserkraftwerk zeigt, dass Greenpeace Energy entgegen der Vermutung des Zeit-Autors durchaus einen Unterschied macht. Nicht nur, dass dieses Projekt längeren Atem verlangte, als ihn die meisten Investoren wohl aufbringen – auch der außergewöhnlich hohe Fischschutz und die Konzeption als „Bürgerkraftwerk“ wäre ohne die politische Vision von Greenpeace Energy gewiss nicht verwirklicht worden.
Zudem baut Greenpeace Energy die eigenen Kraftwerke nicht als bloße Renditeobjekte, sondern in Hinblick auf klares energiepolitisches Ziel: Die Kunden von Greenpeace Energy sollen mittelfristig zumindest teilweise und später ganz aus diesen umweltfreundlichen Kraftwerke versorgt werden.
Wenn Greenpeace Energy Ökostrom-Produktion und Endkundenversorgung in einer Hand vereint, bringt das doppelten Nutzen: Die Kunden werden zuverlässig zu Preisen versorgt, die unabhängig von den undurchsichtigen Spekulationen an der Strombörse fair kalkuliert werden können. Und zu den verkrusteten Strukturen der etablierten Energiewirtschaft entsteht endlich eine transparente, bürgernahe Alternative. Greenpeace Energy ist eine Genossenschaft mit mehr als 14.000 Mitgliedern. Die Eigentümer sind also zugleich Kunden, was für gleichgerichtete Interessen sorgt – an fairen Preisen
ebenso wie an einer ökologisch ausgerichteten, nicht rofitmaximierenden Geschäftspolitik.
Hamburg, 20. Juni 2008
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VisdP: Robert Werner, Greenpeace Energy, Schulterblatt 120, 20357 Hamburg
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Märzhase
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BeitragVerfasst am: 04 Jul 2008 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Nun ja, Green Peace hat schon recht. Das so ein Umschwung nicht von heute auf morgen kommen kann sollte jedem klar sein. Aber wenn nach und nach immer mehr Menschen umdenken und umsteigen, dann wird sich die Welt langsam aber stetig ändern. Immer diese schwarzseher Very Happy
Naja, wenn ich irgendwann mal mein Haus habe, will ich Solarpannels auf dem Dach!!! Dann bin ich unabhängig von all den bösen Stromleuten
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Auf lauter vergoldeten Kohlen.
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JolandaRingelblume
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BeitragVerfasst am: 11 Jul 2008 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Jeder Strom hat seine Vor- und Nachteile. Schließlich hat Solar auch nicht unbedingt die tollste CO2 Bilanz. Atomstrom im übrigen auch nicht. Ist eine Frage des Betrachters und ab welchen Arbeitsschritt die CO2-Bilanz gerechnet wird.

Nunja. Ich bin trotzdem und auch ein Solarstromfan und Atomstrom kommt mir nicht in die Tüte (auch wenn ich gar nicht so in der Anti-AKW-Geschichte drin bin oder war). Erdwärme ist mir suspekt. Und bei Wind-, Biogas- und Wasserenergie bin ich zwiegespalten ob der Auswirkungen auf Land und Leute.

Fakt ist letztendlich, dass wahrscheinlich nur der Mix bestehen wird. Jede Region das, was am besten zu ihr passt. Und - leider - dass Wind, Wasser und Sonne saisonbedingt zur Verfügung stehen und es noch erheblichen Forschungsbedarf zwecks Speicherung und möglichst verlustfreier Weiterleitung von Strom gibt.

Aber auf jeden Fall ein spannendes Thema.

lg
Jol
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Andreas
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BeitragVerfasst am: 08 Dez 2008 16:36    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab mich seinerzeit auch mit dem Thema Ökostrom auseinandergesetzt. Wirklichen Ökostrom gibt es wohl nur von einigen wenigen Anbietern. U.a. Greenpeace, Naturstrom und noch ein Anbieter, den ich jetzt aber vergessen habe.

Die Recherche lohnt sich auf jeden Fall.
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