Das lustige Was wäre wenn...
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JolandaRingelblume
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BeitragVerfasst am: 01 Jun 2008 19:21    Titel: Das lustige Was wäre wenn... Antworten mit Zitat

Hallo liebe Leute,

wir haben hier ja schon so manche Utopie vorgestellt und überlegt und auch ausdiskutiert....

Habt Ihr aber die ganze Sache schon einmal so richtig bis zu Ende gedacht?

Also, wenn ich mir zum Beispiel wünsche, dass alle Leute nur noch Bio kaufen... Wie sähe die Welt dann aus?

Oder, wenn niemand mehr Auto fährt oder Flugzeug fliegt?

Oder keiner mehr Tiere tötet?

Oder es keine Christen mehr gäbe und alle einer Naturreligion anhängen würden?

Alle Frauen wieder selbst einkochen und im Garten ihr Gemüse ziehen?

Ich habe mir diese Fragen in letzter Zeit gestellt und habe mich teilweise selbst erschrocken. Denn vieles würde wohl schief gehen, würden wir unsere Utopien durchsetzen.

Was denkt Ihr? Was wäre wenn...


lg
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Merin
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BeitragVerfasst am: 02 Jun 2008 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

Was wäre wenn alle Leute mit ihren Kindern und miteinander respektvoll umgehen würden? Ich fidne die Idee toll. Very Happy

Und was fändst du so schrecklich daran, wenn z.B. alle Leute Bio kauften?
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Märzhase
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BeitragVerfasst am: 02 Jun 2008 19:21    Titel: Re: Das lustige Was wäre wenn... Antworten mit Zitat

JolandaRingelblume hat Folgendes geschrieben:


Also, wenn ich mir zum Beispiel wünsche, dass alle Leute nur noch Bio kaufen... Wie sähe die Welt dann aus?



Meiner Meinung nach NORMAL. Dann wäre das Essen endlich so, wie es sein sollte und teuer wäre es auch nicht mehr.
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Mania
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BeitragVerfasst am: 02 Jun 2008 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab mal gehört dass es gar nicht machbar ist, die Welt auf Bio umzurüsten. Weiß da jemand von euch mehr darüber?
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Starfish
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BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 2:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe vor kurzem auch gelesen, dass es wohl u.a. viel zu teuer wäre, so viel in Bio zu produzieren wie die gesamte Weltbevölkerung braucht und dass die Folge von "100% Bio" wohl eine Hungersnot wäre. Ich weiß aber auch nicht mehr darüber. Vorstellbar ist es für mich aber schon; man muss ja bedenken, so unschön der konventionelle Anbau in mancher Hinsicht auch ist, dass dieser erschwingliches Nahrung in größeren Mengen für jeden erst ermöglicht hat. Vorher sind die Leute halt nicht immer satt geworden, schon gar nicht die "kleinen Leute"....

Eine Lösung könnte es vielleicht sein, wenn der Staat in der 100%-Bio-Utopie die Bio-Landwirtschaft subventionieren würde, so wie er es jetzt mit der konventionellen Landwirtschaft tut. Ob das allerdings reichen würde.... aber wie gesagt, mir fehlen da konkrete Anhaltpunkte. Wär schön wenn hier jemand mehr weiß.
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lalune
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BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 10:10    Titel: Antworten mit Zitat

Schrot und Korn hat Folgendes geschrieben:

Studie belegt: Öko reicht

Ivette Perfecto und Catherine Badgley, Professorinnen an der Universität von Michigan, haben die Daten von fast 300 Vergleichen zwischen Ökolandbau und konventioneller Produktion ausgewertet und hoch­gerechnet. Ihre Zahlen zeigen, dass sich mit 100 Prozent Ökoanbau weltweit mindestens so viel Nahrung produzieren lässt wie derzeit. Vermutlich ist es sogar deutlich mehr, schätzen die beiden Wissenschaftlerinnen.


Quelle: http://www.schrotundkorn.de/2008/200806a06.html

Fand ich auch sehr interessant, weil ich bislang auch immer nur das Gegenteil gehört hab. Halt das typische "Das geht sowieso nicht". Und ganz ehrlich: Wieso eigentlich nicht?
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ilinga
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BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Die Leute denken einfach zu arg mit Scheuklappen und ohne Geduld.
Auf Bio umrüsten würde doch einige Zeit in Anspruch nehmen, immerhin müssten die Felder etc. erstmal über mehrere Jahre hinweg entgiften etc..
Dann haben auch viele vergessen, was Bio eigentlich zu Bio macht. (z.B. der Fuchs in unserer Region als Vernichter von Plagegeistern wie Mäusen und Hamstern, anstatt irgendwelcher Chemikalien - der Herr arbeitet auch noch gratis oder auch inzwischen leider so selten gewordene Wildkatzen)
Auch glaube ich nicht, dass alle Welt sofort umrüsten würde, manche Länder könnten erst beginnen, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind (genug Saatgut, staatliche Förderung, Einweisungen...), von daher würden sie die Zeit über immer noch konventionelle Lebensmittel liefern können.

Aber das der Großteil der Menschen nicht auf lange Sicht denken kann/will, bemerkt man ja alleine schon am Zustand unseres Planeten Neutral
Ganz nach dem Motto "Nach uns die Sintflut". (von mir aus kann die ruhig mal kommen und paar Bürokraten und Politiker von ihrem hohen Ross runter in den Abfluss spülen Rolling Eyes )

Wir könnten jetzt natürlich auch einige Verschwörungstheorien ausbuddeln ; wie z.B. die der Ölkonzerne und ihrem Monopol, obwohl es längst Antigravitationsmotore gibt, aber deren Verbreitung von Regierungen zur Sicherung der eigenen Machtposition verhindert wird Shocked
Von daher könnte man doch jedwede "Weltweit Bio geht nicht" Propaganda so einem Konzern wie z.B. Monsanto in die Schuhe schieben?
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Mania
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BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 11:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mein eher solche Argumente dass die ganzen Tiere gar nicht genug Weideland hätten, wenn alles Fleisch artgerecht produziert werden sollte. Dass auch Deutschland gar nicht genug Fläche hat, um seine Bevölkerung mit einheimischem Gemüse satt zu bekommen.

Was ist da dran?
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Merin
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BeitragVerfasst am: 03 Jun 2008 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube: Die Frage ist falsch gestellt. Alles Fleisch kann sicher von artgerecht lebenden Tieren stammen (ich weigere mich da von Produktion zu schreiben) nur ist dann die Folgefrage: Wie viel Fleisch brauchen wir? Weniger Fleisch bedeutet mehr Flächen für anderes (und nicht für Tierfutter) z.B. für Gemüse.

Und schon jetzt essen wir viel Importgemüse. Bio heißt ja nicht unbedingt gleich streng regional.
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BeitragVerfasst am: 04 Jun 2008 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt viel zu viel Fleisch, das hätten die Gammelfleischskandale doch eigentlich zur Genüge ausdrücken müssen...

Ich denke nicht, dass es zu wenig Weideland gibt, eher haben wir uns zu breit gemacht und sehen es nicht ein, der Natur etwas von ihrem Land zurück zu geben. Es gibt jede Menge leerstehende Fabrikhallen irgendwo in der Pampa - anstatt die platt zu machen, etwas Aushub von irgendeiner Baustelle ranzufahren und richtig "Gras über die Sache wachsen zu lassen", wird sich nicht mehr um sie gekümmert und sie verwarlosen. Vor allem gehören solche Gebäude nicht selten zum Stadtgrund.

Geiz und Gier sind eben immer noch wichtiger...
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JolandaRingelblume
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BeitragVerfasst am: 16 Jun 2008 7:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ist schon interessant, oder?

Ich habe gar nicht daran gedacht, ob 100 % Bio überhaupt möglich wäre. Das ist schließlich immer noch eine Definitionsfrage von Bio... Aber stellt Euch vor, sagen wir die gesamte Produktion von Getreide, Gemüse, Obst wäre bio, saisonal erhältlich und regional und staatlich subventioniert.

Das heißt, es gäbe keine Äpfel mehr im Juni, keine Gurken oder Tomaten im Winter. Oder gilt Treibhauszucht als bio? Orangen? Tabu. Die sind aus Übersee oder zumindest weiter weg.

Große Felder? Wäre das noch Bio? Und wie erginge es der Produktion von landwirtschaftlichen Maschinen? Machen die dicht? Leben dann nicht zu viele Tiere im Feld, denen es schlecht ergehen würde, wenn der Mähdrescher käme?

Bewässerung? Dürfte man das noch? Und was machen mit der gesamten von Mensch und Tier produzierten Gülle? Alles nur noch in Energie? Darf man bei einer Ungezieferplage spritzen, um die Ernte zu erhalten?

Wie stellt Ihr Euch das vor mit dem Füchsen und Wildkatzen und anderen wilden Raubtieren? Woher sollen die kommen?

Hat schon einmal jemand darüber nachgedacht, wie es wirklich ganz praktisch aussehen könnte, würde er/sie heute die Möglichkeit haben, seine Wünsche und Forderungen umzusetzen und selbst aber auch mitanpacken müssen, um das zu realisieren?

Fragen über Fragen... Und freier Raum zur Spekulation....



lg
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Starfish
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BeitragVerfasst am: 16 Jun 2008 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Witzig, gerade diese und ähnliche Frage habe ich mir kürzlich gestellt. Und musste ehrlicherweise zu dem Schluss kommen: In der wie von dir geschilderten ganz konsequenten Form wäre ich dagegen. Oder müsste stante pede auswandern, weil es die Lebensmittel, die ich wirklich mag, fast alle hier nicht gibt und ich keinen gesteigerten Drang hätte, ausgerechnet in Deutschland ausschließlich von regionalen Nahrungsmitteln zu leben.
Weiß eigentlich jemand, wie dann die Vitaminversorgung für die Menschen hier aussähe? Ich könnte mir vorstellen, dass wir dann alle ganz schnell wieder alle möglichen Mängel hätten.

Aber es gibt ja zum Glück auch Kompromisse. Und genau darin sehe ich tatsächliche Chancen für unsere Zukunft.
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Merin
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BeitragVerfasst am: 16 Jun 2008 18:58    Titel: Antworten mit Zitat

Mhm. Mängel hätten wir ganz sicher keine. Ich bin davon überzeugt, dass man sich rein regional ernähren kann. Allerdings wäre dies nicht mein persönliches Ziel. Ich ziehe regionale Lebensmittel vor,d as schon, aber über meine Banane im Morgenmüsli bin ich schona uch sehr froh. Insofern sind die von Jol genannten Fragen gar nicht konform mit meinen Utopien. Die habe ich schon, aber sie beinhalten nicht die Forderung, wieder zurück in die Steinzeit zu gehen.

Zitat:
Das heißt, es gäbe keine Äpfel mehr im Juni, keine Gurken oder Tomaten im Winter. Oder gilt Treibhauszucht als bio? Orangen? Tabu. Die sind aus Übersee oder zumindest weiter weg.


Mhm, ich ess im Juni auch kaum Äpfel. Dafür gibt es da ja andere Sachen. Und aktuell gibt es auch Äpfel aus Deutschland. Und im Winter ernähre ich mich auch zu einem großen Teil von Kohl und Möhren, getrockenten Hülsenfrüchten und gekeimten Sprossen.
Trotzdem fidne ich, dass bio-Treibhaus eine Möglichkeit ist. Die darin produzierten Lebensmittel müssten eben reale Preise haben. Also das ist Inhalt meiner Utopie: Alles kostet so viel wie es kostet inkl. Folgeschäden, Energie usw. Treibhausgemüse wäre dann wohl sehr teuer und eben was Besonderes. Und jede/r könnte überlegen, ob er auf das erste Grün draußen wartet oder das Geld ausgibt.

Zitat:
Große Felder? Wäre das noch Bio? Und wie erginge es der Produktion von landwirtschaftlichen Maschinen? Machen die dicht? Leben dann nicht zu viele Tiere im Feld, denen es schlecht ergehen würde, wenn der Mähdrescher käme?


Äh, da wunder ich mich jetzt schon. Die Feldergröße hat doch nicht unbedingt was mit bio zu tun. Vielleicht wären Felder bio eher unterteilt, wegen Erosion, Nützlingsschutz und so. Und der Einsatz von Maschinen hat schon gar nichts mit bio oder nicht zu tun. Bio braucht teilweise andere Maschinen aber die heutige biologische Landwirtschaft hat nichts mit dem Wirtschaften userer Vorfahren zu tun, sondern ist Ergebnis modernster Forschung und auch Technik.

Zitat:
Bewässerung? Dürfte man das noch?


Ja, klar darf man. Auch der Biobauer gießt seine Tomaten. Nur würde er ggf. mit Pflanzenmulch und Unterpflazung versuchen die Verdunstungsverluste geringer zu halten.

Zitat:
Und was machen mit der gesamten von Mensch und Tier produzierten Gülle?


Die Idee von bio ist die geschlossener Kreisläufe. Das heißt, dass in passender Menge Gülle durchaus wertvoller Dünger sein kann udn auch ist. Pflanzliche und tierische Biomasse soll eben das System nicht verlassen.

Sag mal Jol: hast du dich je mit Biolandwirtschaft beschäftigt? Ich glaub grad, nicht so richtig...

Zitat:
Darf man bei einer Ungezieferplage spritzen, um die Ernte zu erhalten?


Man versucht die Plage zu verhindern indem man ihre Grundlagen vermeidet: Monokulturen, schwache Pflanzen.... und behandelt ggf. mit verträglicheren Mitteln.

Zitat:
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BeitragVerfasst am: 17 Jun 2008 18:07    Titel: Antworten mit Zitat

Zunächst einmal sollte es hier nicht nur um meine Utopien gehen. Mir fielen nur spontan Dinge ein, bei denen bei einem konsequenteren Durchdenken problematisch wären. Gerade weil ich mich schon mit einigen Aspekten der Landwirtschaft beschäftigt habe - auch wenn ich noch keine Fachfrau zu dem Thema bin - und auch mein persönliches nicht unbedingt urban nennen kann, habe ich Beispiele daraus gegriffen.

Äpfel im Juni - sind vielleicht nicht unbio, haben aber durch eine lange Lagerung eine genauso negative Co2-Bilanz wie Äpfel aus Neuseeland. Abgesehen davon würde mich persönlich schon interessieren, wie man es schafft, die Äpfel auch bei kühlen Graden (frieren dürfen sie ja nicht) Schimmel- und Fäulnisfrei zu halten...

große Felder = Monokulturen = ungünstig für Feldtiere. Ganz generell ist eine maschinelle Bearbeitung nur für einseitige Kulturen gedacht. Ein Mähdrescher unterscheidet nunmal nicht zwischen Getreide und Gekraut... Und die vom Aussterben bedrohte Feldmaus findet es wahrscheinlich auch nicht so wirklich gut, wenn Ihre Wohnung ca. zweimal im Jahr komplett zerhackt wird...

Kreisläufe.... Hm. Ich glaube, es gibt momentan mehr "Abfallprodukte" aus Zersetzungsprozessen als die Natur verträgt. Die Überdüngung unserer Felder entsteht dadurch, dass zuviel Phosphate und Stickstoff eingebracht werden. Am besten sieht man das an großen Weide-Wiesen, auf denen regelmäßig gegüllt wird und dann die Tiere noch ihr übriges tun. Da wächst nicht mehr viel außer Gras, den allgegenwärtigen Butterblumen und dergleichen. Kräuter und Pflanzen, die einen mageren Boden bevorzugen verschwinden...

Wildtiere. Nun: ein eigenes Thema. Soweit ich weiß, gibt es in Europa kaum mehr Rückzugsgebiete. Wie sollte sich das ändern? Landwirtschaftliche Flächen aufgeben? Dazu kommt, dass auch Waldwirtschaft zur Landwirtschaft gehört.

Wie gesagt, hier nur ein paar Anhaltspunkte. Vielleicht habt Ihr ja ganz andere Utopien?

Eine friedliche Welt? - Wie regelt man da die schon entstandenen Konflikte? Sollten Länder wie die USA oder der Iran oder Rußland komplett in eine Familientherapie gehen?

Eine Welt ohne Verschwendung (mein Utopienfavorit)? - Wie verteilt man die Arbeit um, wenn nichts überflüssiges mehr produziert wird. Sind wir als Gesellschaft in der Lage, uns von unseren materiell orientieren Werten zu trennen? Darf man da noch Luxus haben? Und wenn ja, woraus legitimiert der sich?

Eine Welt, in der es keinen Hunger und keine Not mehr gibt. Nicht falsch verstehen. Ich wäre absolut dafür. Aber: Wie sähe die aus? Lebten die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern dann wie wir? Bekämen die auch Hartz4, wenn sie keine Arbeit haben? Und wie sähe die CO2 Bilanz aus, wenn jeder Mensch auf der Welt einen PC, ein Auto, eine Waschmaschine und einen Fernseher besäße? Würden die dann auch Naturkosmetik mit Inhaltsstoffen aus Europa (z.B. Calendulaasalbe) im Bioladen kaufen?

Was wäre, würden wir keine Kirche mehr haben, da diese so viel verbrochen hat? Müsste dann nicht auch Islam, Buddhismus, Hinduismus etc. allein schon wegen der Gerechtigkeit verschwinden?

Was wäre - auch das ist eine Utopie - würde die gesamte Produktion und große Teile unserer Verwaltung und unseres Denkens von Maschinen und Computern übernommen werden? Was würden wir dann den ganzen Tag machen und auf welchem Wertsystem beruht dann unser Konsum? (Geld wird es ja dann wohl nicht mehr sein).

Ich könnte da bestimmt noch nach anderen Utopien kramen... Wäre schön, wenn wir uns darüber noch ein wenig austauschen...
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BeitragVerfasst am: 17 Jun 2008 20:45    Titel: Antworten mit Zitat

Mhm. Meine Utopie beginnt so, dass ich mir wünsche, dass alle Menschen respektvoll miteinander umgehen und sich, falls ihnen das weitgehend nicht gelingt, in Therapie begeben. Wie ginge das dann weiter?
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