Wo anfangen ..? Prioritäten setzen
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Vlasta
NaturfreundIn
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Anmeldedatum: 28.10.2009
Beiträge: 60

BeitragVerfasst am: 16 Nov 2009 18:22    Titel: Antworten mit Zitat

Die Frage ist interessant. Beim Nachdenken darüber fiel mir auf, daß ich mich von meinen ursprünglichen Prioritäten noch nicht weit wegbewegt habe... Sad

Ich habe mit Transfair-Kaffee und Bio-Eiern angefangen.

Inzwischen waren wir Mitglieder in einer Verbrauchergemeinschaft. Mehr auf Betreiben meines Mannes hin, als auf meiner Initiative. Ich bin da sehr bequem und mag nicht auf diesen einen Laden beschränkt sein. Und dann ist es wieder schwierig, den monatlichen Grundbeitrag "abzukaufen". Hier spielt das Geld schon eine Rolle.
Im Moment kaufe ich bei den Supermärkten so viel Bio wie ich kann.

Wir verbrauchen wenig Strom, haben das Auto erstmal wieder abgeschafft und ich kann keine Kleidung mehr wegwerfen, wenn sie kaputt ist. Da geht es mir ein wenig wie Merin. Wenn man erstmal mit dem Spinnen und Wolle verarbeiten etc. angefangen hat, ist es um jeden Fetzen Stoff schade. Nur wohin damit, bis man für jeden die richtige Recyclingidee hatte?

Im Großen und Ganzen kann ich gar nicht so viel ökologisches Gewissen für mich beanspruchen. Wenn mein Mann nicht so konsequent wäre und mich mitzöge, wäre ich oft noch viel gedankenloser.

Ich finde hier die Vorbildwirkung von Freunden etc. sehr wichtig. Wenn man nicht bei jemandem "erlebt", daß Öko in den einzelnen Fassetten einfach oder zumindest machbar ist, kann man sich oft nicht durchringen.
_________________
LG,

Vlasta

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Ruth
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Anmeldedatum: 13.04.2008
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 17 Nov 2009 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde auch, wenn man jemanden in seiner Nähe hat, der einen durch seine ökologische Lebensweise inspiriert oder gar „mitzieht“, ist das eine tolle Sache. Wobei man sich fragen könnte, was genau einen mitzieht. Oder was bleibt, wenn der Einfluss fehlen würde.
Was ist dann meine Motivation? Wenn sie dann nicht wirklich aus einer inneren Überzeugung kommt, ist die Umsetzung anstrengend. Das erlebe ich auch bei mir. Bereiche für die ich brenne, da fällt mir die entsprechende Lebensweise total leicht. Bereiche die mich eigentlich nicht so sehr interessieren, da muß ich mich überwinden.
Klappt dann mal und mal nicht. Ich denke es ist wichtig, nicht allzu streng mit sich zu sein.
Troesten
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Morgan
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Anmeldedatum: 26.05.2012
Beiträge: 301
Wohnort: Wo die Nahe nach RLP kommt

BeitragVerfasst am: 03 Jun 2012 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

Dass der Versuch, einen für sich selbst als ethisch definierten Lebensstil zu führen gleichbedeutend ist mit "viel Geld haben bzw. ausgeben müssen" kann ich so auch nicht unterschrreiben.
Man spart ja auf der anderen Seite wieder unheimlich an all dem, was man NICHT kauft!
Klar, bio ist inzwischen schon richtig lifestyle-mäßig geworden und man kann reichlich Geld raushauen für Schickimicki-Brausen, die neueste Öko-Klamotten-Kollektion und Bio-Weinen zu Preisen, bei denen ich die Tränen in die Augen krieg.
Aber das ist nichts weiter als eine aufgesetzte Attitüde.
Wirklich nachhaltig zu leben, bedeutet ja auch, den Konsum generell etwas herunter zu schrauben und damit auch ein Vorbild zu sein für die, denen es noch nicht so gut geht wie mir!
Es ist nämlich die Frage, ob ein armer Student oder Sozialhilfeempfänger, der heute mit dem Fahrrad und dem Bus fährt, das auch noch tut, wenn er zu Geld gekommen ist - weil er nämlich überzeugt davon ist, etwas Gutes für sich und die Umwelt zu tun.
Oder ob er sich dann ein Auto kauft und alles nachholt an Konsum, was er bisher hat entbehren müssen, weil ICH ihm ja schließlich vorgelebt habe, wie man sich verhält, was man kauft, wie man kocht, sich kleidet und wohnt, wenn man nicht mehr jeden Euro drei Mal umdrehen muss.
Letztendlich ist der lebensstil von uns Menschen in der westlichen Welt sogar das, woran sich die menschen in ärmeren Ländern orientieren.
ganz so, wie ein hinesischer Abgeordneter auf der ersten Klimakonferenz sagte, als China das Kyoto-Abkommen nicht unterzeichnen wollte:
"Die westliche Industrie hat 100 jahre lang die Umwelt vergiftet und andere Kulturen ausgebeutet, worauf sich ihr Reichtum beruht. Wir sehen nicht ein, dass wir für etwas mitbezahlen sollen, von dem wir nichts gehabt haben."
_________________
Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
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