Getreide gesund?
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    kräuterkommune.de Foren-Übersicht -> Wer isst wie?
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Ruth
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 13.04.2008
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 06 Jul 2009 12:19    Titel: Getreide gesund? Antworten mit Zitat

Hi, ich hätte gern gewußt, ob ihr glaubt das Getreide für den Menschen bekömmlich ist. Dadurch, dass ich täglich einen Frischkornbrei esse und auch selber Brot backe, esse ich ja relativ viel Getreide. Ich gebe viel auf die Meinung von Dr. Bruker und demnach ist es ja o.k.. Doch das Argument, dass das Getreideessen erst seit kurzer Zeit in der Menschheitsgeschichte vorkommt und wir genetisch nicht daran gewöhnt sind und das das Getreide selber gegen Freßfeinde Pestizide bildet, lassen mich immer wieder etwas zweifeln. Was meint ihr?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Merin
ModeratorIn
ModeratorIn



Anmeldedatum: 23.05.2006
Beiträge: 3950
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 06 Jul 2009 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich esse auch Frischkornbrei und Brot und unheimlich viel Getreide. Das Argument, dass das ungesund sei, kenne ich gar nicht. Ich dachte, der Ackerbau sei über 2000 Jahre alt. Hast Du dazu mehr Hintergründe?
_________________
Du siehst Dinge und fragst: Warum?
Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Ruth
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 13.04.2008
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 06 Jul 2009 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Wer mich da verunsichert ist hauptsächlich der Herr Udo Pollmer. Ich selber besitze zwar kein Buch von ihm, hab aber hier und da was mitbekommen. Er hat schon vielen, allgemein anerkannten, „Gesundheitsthesen“ widersprochen, ich denke hauptsächlich, weil er die Provokation liebt und seine Bücher verkaufen will. An Beweiskraft hat es ihm, soviel ich weiß, aber nicht gemangelt. Ich möchte nach allen Seiten offen sein und mit vielen Dingen hat er meiner Meinung nach recht. Z. B. das die empfohlenen Trinkmengen von 2-3 Litern am Tag trotz Mangel an Durstgefühl nicht gut sind u.s.w.. Zum Getreide hat er gesagt, dass man dafür einen Pansen haben müsste. Es gibt den Ackerbau wohl noch viel länger als 2000 Jahre, aber das ist wohl entwicklungstechnisch betrachtet ein kurzer Zeitraum.

Zuletzt bearbeitet von Ruth am 06 Jul 2009 16:46, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Merin
ModeratorIn
ModeratorIn



Anmeldedatum: 23.05.2006
Beiträge: 3950
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 06 Jul 2009 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Mhm also grad das mit den 2 Litern täglich und dem Durstgefühl sehe ich anders. Ich hatte mir als Kind den Durst abtrainiert aber seit ich mehr drauf achte trinke ich nach Durst so viel.... Durst ist ja nix Statisches. Und dass nur Tiere mit Pansen Getreide vertragen halte ich für ein Gerücht...
_________________
Du siehst Dinge und fragst: Warum?
Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Ruth
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 13.04.2008
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 06 Jul 2009 17:19    Titel: Antworten mit Zitat

Aber warum darf ich mich denn nicht von meinem Durstempfinden leiten lassen? Wer sagt denn, das die Empfehlung mind. 2-3 Liter Wasser am Tag zu trinken nicht von der Mineralwasser-Wirtschaft ins Leben gerufen wurde?
Es gibt aktuell Studien die besagen das Trinken gegen den eigenen Durst lediglich die Organe, insbesondere die Nieren , belastet. Aber zurück zum Pansen. Wink Was mich einfach stutzig macht ist die Tatsache, dass bisher niemand dem Herrn Pollmer hinsichtlich seiner Getreide-These eins ranzetteln konnte. Er sitzt in Talkshows, schreibt Bücher und man hört ihn im Radio und er gibt immer Bezugsquellen an.
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
lalune
WeltverbesserIn
WeltverbesserIn



Anmeldedatum: 29.05.2006
Beiträge: 510
Wohnort: Mülheim an der Ruhr

BeitragVerfasst am: 07 Jul 2009 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

Also auch wenn ich Einiges von H. Pollmer ziehmlich gut finde... das mit dem Pansen ist Blödsinn, wenn ich nicht was völlig falsch verstanden habe.

Kühe z.B. sind darauf spezialisiert, Cellulose zu verdauen. Dazu besitzen sie den Pansen, der eine große Gärkammer darstellt, in der die Cellulose durch mikrobielle Enzyme aufgespaltet wird. Bekommt die Kuh (zu viel) Kraftfutter (= Getreide), verändert sich das Pansenmilieu durch die darin enthaltene Stärke/Glucose, da stärkespaltende Laktobazillen sich stark vermehren. In der Folge entsteht eine Pansenübersäuerung.

D.h. Getreide ist als Futter für Kühe nur bedingt und nur in kleinen Mengen geeignet. Überleben kann eine Kuh sehr gut ohne Getreide, theoretisch könnte man sie ausschließlich mit Papier (und Wasser) ernähren.

Mensch dagegen kann Getreide meines Wissens sehr wohl verwerten. Die Stärkeverdauung beginnt dabei schon im Mund mit der Amylase aus dem Speichel (habt ihr nicht auch im Biounterricht mal diesen Versuch gemacht: Ich kaue so lange auf einem Brötchen rum, bis es anfängt süß zu schmecken?). Cellulose dagegen ist nur ein Ballaststoff, weil wir nicht über eine derartig entwickelte Gärkammer verfügen.

Was den Durst betrifft: Ich habe als Wenigtrinker natürlich auch schon darüber nachgedacht, ob mein Körper mir nicht eigentlich sagt, was er braucht. Andererseits kann man glaube ich durch falsch gelerntes Trinkverhalten seine Nieren auch entsprechend trainieren. Meine scheinen z.B. momentan noch überfordert, wenn ich versuche richtig zu trinken... scheint so, als würde alles sofort durchlaufen Razz Aber vielleicht kann man sie auch wieder umerziehen, denn für wichtig halte ich es allemal. Sie brauchen für eine optimale Funktion viel Flüssigkeit. Aber so ganz durch bin ich mit meinen Überlegungen und Selbsterfahrungen zu dem Thema noch nicht Wink
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Merin
ModeratorIn
ModeratorIn



Anmeldedatum: 23.05.2006
Beiträge: 3950
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 07 Jul 2009 15:45    Titel: Antworten mit Zitat

Lalune Du schreibst genau was ich denke. Natürlich plädiere ich dafür, nach Durst zu trinken. Aber ich weiß, dass man Durst eben abtrainieren kann und dann ist er kein guter Sensor mehr. Ich weiß auch, dass in Pflegeheimen alte Menschen teilweise kollabieren, weil sie nach Durst trinken und ihnen das Durstgefühl ganz fehlt. Und dann trinken sie eben so wenig, dass sie daran sterben würden, würde man ihnen nicht Flüssigkeit zuführen. Nun kann man fragen, was mit Menschen passiert ist, dass sie so schlecht mit ihrem Körper kommunizieren (oder dieser mit ihnen) aber dass es diese Fälle gibt macht mich schon nachdenklich.

Zum Getreide: es ist ja nicht nur das Getreide etwas Gezüchtetes, sondern fast alles was wir essen. Auch Gemüse und Obst. Entwicklungsgeschichtlich kann unser Körper ja dann theoretisch nichts von dem verwerten, was wir essen. Plädiert Pollmer also für Ernährung von Wildfrüchten und -kräutern? Das wäre vielleicht gesund, aber praktikabel wäre es wohl nicht.
Oder meint Pollmer, getreide unterscheide sich von den Inhaltstoffen her mehr von den Urformen der Gräser als Obst und Gemüse von deren Urformen? Dann hätte ich dafür gern Beweise....
_________________
Du siehst Dinge und fragst: Warum?
Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Ruth
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 13.04.2008
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 07 Jul 2009 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube der Grund dafür, das alte Menschen oft zu wenig trinken ist der, dass wir heute so alt werden und damit leider auch oft dement. Vielleicht ist aber auch das zu wenig trinken natürlich, nämlich wenn der Mensch altersbedingt, bald sterben muß oder möchte. Er hat keinen Appetit mehr und keinen Durst mehr. Alle sonst lebenserhaltenden Maßnahmen werden sozusagen langsam runtergefahren. So stelle ich mir das vor.
Auch ich noch mal zum Getreide: Ich persönlich denke auch, das Getreide essen gut ist, ganz ohne Studie und Beweise. Mich wunderts einfach nur, dass so ein Fachmann wie Herr Pollmer unbeschadet das Gegenteil behaupten kann. Vielleicht kaufe ich mir doch mal ein Buch von ihm. Ne, doch besser ausleihen.
Wink
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
gudrun
SpaziergängerIn
SpaziergängerIn



Anmeldedatum: 28.06.2009
Beiträge: 6
Wohnort: Gladbeck

BeitragVerfasst am: 08 Jul 2009 2:00    Titel: schwindendes Durstgefühl bei Hochbetagten Antworten mit Zitat

An Demenz erkrante Menschen sollte man bei dieser Fragestellung besser außen vor lassen. Nicht nur, dass sie (meist) zur Gruppe der Hochbetagten mit vermindertem Durstgefühl gehören, nein, es kommt ab einem bestimmten Stadium häufig dazu, dass sie gar nicht mehr wissen, was sie mit dem Glas Wasser anstellen sollen.
Zum schwindenden Durstgefühl gibt es Untersuchungen, nach denen bestimmte Gehirnareale nicht mehr richtig funktionieren http://www.focus.de/gesundheit/ernaehrung/news/wassermangel_aid_230056.html und, dass das Sättigungsgefühl bereits bei geringeren Mengen Wasser als bei jüngeren Menschen eintritt.

Dass der Appetit und das Durstgefühl, gleichsam einer Vorbereitung auf den Tod, schwindet, betrifft wohl eher diejenigen alten Menschen, die sich in der Sterbephase befinden oder aufgrund psychischer (z.B. Depression) Ursachen, keine Lust mehr am Leben verspüren. Ansonsten bleibt gerade der Appetit und die Freude an den Mahlzeiten, die, besonders in Altenheimen eine wichtige Tagesstrukturierung darstellen, erhalten.

Gruß
Gudrun
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Merin
ModeratorIn
ModeratorIn



Anmeldedatum: 23.05.2006
Beiträge: 3950
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 08 Jul 2009 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Das geht ja jetzt wirklich o.T. aber ich bezog mich nicht auf demente oder sterbende Menschen, sodnern ältere an sich fitte Menschen, die wegen irgend etwas ins Krankenhaus kommen (und so ja auch in eienr Stresssituation sind). Mir erzählten verschiedene Ärzte dass auch immer mal wieder ältere Menschen, die allein leben und so auch klar kommen, in die Notaufnahme kommen und dann fehlt ihnen nur Wasser.... Mir ging es ja nur um die Frage, wer wie gut spürt, was er oder sie braucht. Und mich interessiert auch immer noch, wie das nun mit dem Getreide ist und wie Pollmers These genau lautet.
_________________
Du siehst Dinge und fragst: Warum?
Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
lalune
WeltverbesserIn
WeltverbesserIn



Anmeldedatum: 29.05.2006
Beiträge: 510
Wohnort: Mülheim an der Ruhr

BeitragVerfasst am: 08 Jul 2009 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

Habe mich gerade gefragt, ob es derartige Untersuchungen auch für junge Menschen gibt und auf die Schnelle das hier gefunden: http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/121/438864/text/

Soweit so gut. Allerdings glaube ich, dass man ein Durstgefühl auch ignorieren kann, oder insgesamt das Gefühl dafür verliert, auch ohne dement oder alt zu sein, z.B. wenn man grad beschäftigt ist (u.a. Kinder beim Spielen?) Natürlich nicht dauerhaft, das weiß man spätestens nachdem man einmal "richtig" Durst hatte (was wir vermutlich gar nicht kennen). Aber bei mir selbst ist mir z.B. auch schon aufgefallen, wie schnell mein Durstgefühl schwinden kann. Da kann ein Schluck Wasser reichen oder schon ein Bonbon.. das ist ja irgendwie nicht richtig.

Ich frage mich auch, wieso und wann ich das Gefühl dafür verloren habe. Schließlich hat mir nie jemand verboten, zu trinken aber ich bin auch nie gezwungen oder darauf hingewiesen worden, zu trinken...

Interessantes Thema auf jeden Fall, was mich auch immer wieder beschäftigt...
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Ruth
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 13.04.2008
Beiträge: 251

BeitragVerfasst am: 08 Jul 2009 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Für meinen Geschmack wird die Diskussion ein wenig zu hitzig. Ich wollte nur wissen, ob auch ihr schon mal von Thesen gehört habt, die besagen, dass Getreide essen ungesund ist und was ihr davon haltet. Ich mag zu diesem Thema kaum noch schreiben, aus Sorge nicht genau meine Bezugsquelle angeben zu können oder genau beschreiben zu können, wie der „Thesen-Begründer“ das denn genau meint. Was ihr über die Getreide-Verdauung geschrieben habt, hat meine Bedenken schon wieder ausgeräumt. Wie gesagt, ich habe kein Buch von Pollmer gelesen. Ich habe beim Radiohören mitbekommen, wie er unter anderem sagte, dass man fürs Getreide essen eigentlich einen Pansen haben müsste um es verdauen zu können. Der Mensch müsse sich Getreide durch die Sauerteig-Methode überhaupt erst genießbar machen. Merin, wofür steht denn o.T. noch mal?
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Merin
ModeratorIn
ModeratorIn



Anmeldedatum: 23.05.2006
Beiträge: 3950
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 08 Jul 2009 22:00    Titel: Antworten mit Zitat

o.T. steht für off Topic, also neben dem eigentlichen Thema des Threads. Ich hatte schon überlegt ob ich zur interessanten Frage des Wassertrinkens und der Körpersignale einen Thread abtrenne, aber ich wusste nicht, wie, weil viele Posts sich auf beide Themen beziehen. Und nen Eingangspost für nen neuen Thread schreiben - dazu war ich zu faul. Vielleicht hat jemand anderes Lust?

Die Frage nach der genauen Begründung war keine Kritik an Dich, sondern Neugier. Ich kann ja nur sagen, dass mir die These so erstmal nicht glaubwürdig erscheint, aber wer weiß, wenn ich Pollmer lesen würde, vielleicht würde ich ihm dann glauben?
_________________
Du siehst Dinge und fragst: Warum?
Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Auri
NaturschützerIn
NaturschützerIn



Anmeldedatum: 18.04.2007
Beiträge: 121
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2009 14:56    Titel: Antworten mit Zitat

Um mal wieder zum Thema zurück zu kommen ..
Ich habe mich im letzten Jahr aufgrund gesundheitlicher Beschwerden mal verstärkt mit der Thematik, was verschiedene Nahrungsmittel evtl. anrichten können, beschäftigt. Bei den Recherchen bin ich u.a. auf den Herrn Wolfgang Lutz gestoßen, der mit seinem Buch "Leben ohne Brot" auch die These aufstellt, der Mensch sei eigentlich noch gar nicht ausreichend auf die Getreideverwertung vorbereitet, da dies (Ackerbau und verstärkter Getreideverzehr) bislang nur ein sehr kurzer Abschnitt in der menschlichen Entwicklungsgeschichte darstellt. Kurzum, er behauptet, dass der Mensch tatsächlich immernoch und grundsätzlich ein Fleischfresser ist und alles andere sozusagen nur Beikost sein sollte und nur in geringen Mengen wirklich bekömmlich und empfehlenswert sei. Er führt in seinem Buch auch verschiedene Experimente und Studien auf, die, sofern sie stimmen, zumindest an einzelnen menschlichen Exemplaren aufzeigen, dass ein Weglassen jeglicher Getreideprodukte zum Rückgang/Verschwinden der heute so genannten "Zivilisationskrankheiten" führt. Sprich, er hat Menschen, die mit Leiden wie, Bluthochdruch, Adipositas, Rheuma usw. zu ihm kamen eine strikte getreidelose Diät verordnet. Fleischprodukte hingegen durften sie essen, so viel sie wollten (wobei ich nicht mehr weiß, ob er Wurst davon ausgenommen hat, ich nehme es aber an), auch fettes Fleisch.
Er führte in seinem Buch auch kurz eine andere Diätform auf, die sich nach der jeweiligen Blutgruppe richtet. Nach der Theorie sind bestimmte Blutgruppen auf bestimmte Entwicklungsregionen zurückzuführen und haben demnach entwicklungsgeschichtlich unterschiedliche Kost genossen. Leute mit Blutgruppe AB z.B. sollten sich ausschließlich vegetarisch ernähren (keine Ahnung ob das jetzt so stimmt, sollte nur als Beispiel zur Veranschaulichung gelten).

Obwohl ich das Argument, dass der Mensch entwicklungsgeschichtlich, noch nicht lange Getreidebauer und -esser ist und es deswegen in den Massen, wie es heute verzehrt wird (nämlich eigentlich als Haupt- und Grundnahrungsmittel) nicht verträgt, nachvollziehen kann, sagt mir meine Erfahrung etwas anderes.
Was ich allerdings wirklich glaube ist, dass der heutzutage starke Konsum von Getreideprodukten in Form von Brot und Gebäck einer der Hauptgründe für Übergewicht ist. Denn Getreide ist nun mal sehr kohlenhydrathaltig, sprich zuckerlastig. Hinzu kommen noch die oft unnötigen Zusätze wie Backtriebmittel & Co., die Getreideprodukte und den Körper zusätzlich belasten.

Also ums nochmal abzuschließen .. ich denke grundsätzlich kann der Mensch mit Getreide schon etwas anfangen. Die Menschen haben schon vor etlichen tausenden Jahren immer mal wieder Getreide gegessen. Nicht viel und nicht ständig so wie wir heute, aber etwas wirklich Neues für den menschlichen Körper ist es nicht. Wie gesagt .. für ungesund halte ich die Entwicklung, dass Getreideprudukte heute das Hauptnahrungsmittel darstellen. Aber wie sollte man auch sonst die Menschenmassen so effektiv ernähren?
_________________
Viele Menschen würden lieber sterben, als zu denken.
Und sie tun es tatsächlich auch - Bertrand Russel
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
gudrun
SpaziergängerIn
SpaziergängerIn



Anmeldedatum: 28.06.2009
Beiträge: 6
Wohnort: Gladbeck

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2009 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

Diese Theorie "Mensch als frühzeitlicher Fleisch(fr)esser ist mir auch bekannt. Nur muss man sich dann fragen: Wie viel Fleisch stand denn da so in der Regel zur Verfügung? Und welches Fleisch? Die Nutzung von diversen Garmethoden war vermutlich noch nicht sehr weit verbreitet. (Wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit ein noch relativ frisches vom Blitz gegrilltes und dann auch noch essbares Tier zu finden?) - vermutlich wurde Fleisch doch in den Anfängen wohl eher roh verzehrt. Ich halte es für viel wahrscheinlicher, dass die Hauptnahrungsquelle in den Anfängen der Menschheit gesammelte Pflanzen waren - Beeren, Wurzeln, Wildgetreide (roh geknabbert oder durch Regen aufgeweicht? ) und ähnliches. Und Vorratshaltung? Hmm... ich hab da so ein Bild aus einem Buch meiner Kindheit vor Augen - Steinzeitmenschen bei der Mammutjagd. Wie lange konnte man gefahrlos rohes Fleisch essen? Und wie robust war seinerzeit der Steinzeitmenschenmagen? Ok, zugegeben - dürften enorme historische Zeitsprünge sein, in denen sich meine Fragen bewegen. Aber Fleisch als Grundnahrungsmittel in grauer Vorzeit halte ich nicht für realistisch. Und schon gar nicht in gegartem Zustand.
<ironiemodusein> Also Leute, esst rohes Fleisch. - Unsere Vorfahren können sich nicht geirrt haben <ironiemodusaus>

Liebe Grüße
Gudrun
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    kräuterkommune.de Foren-Übersicht -> Wer isst wie? Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group
Synapse Design by Matt Fonda