Ist überall wo BIO draufsteht auch BIO drin?
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lalune
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BeitragVerfasst am: 11 Jul 2006 11:58    Titel: Ist überall wo BIO draufsteht auch BIO drin? Antworten mit Zitat

Eine Frage die ich mir stelle, seit ich diesbezüglich gezielter einkaufe. Es gibt ja die verschiedensten Biosiegel und ich persönlich wei0 leider noch nicht 100%ig welches was genau zu bedeuten hat.

Um diesbezüglich Klarheit zu schaffen würde ich das hier gerne nach und nach zusammentragen, damit eine schöne Übersicht entsteht - für mich und alle Interessenten.

Ich mache mich mal auf und recherchiere, zunächst gibts auf jeden Fall schonmal einen Link:
http://www.gesundheit.de/ernaehrung/alles-bio/ueber-oeko-lebensmittel-bio-siegel-und-verbraucherunsicherheit/index.html

Ist es ein Problem, das jeweilige Siegel dann hier als Bild zu posten?
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Merin
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BeitragVerfasst am: 11 Jul 2006 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Ein interessantes Thema! Das führt dann sicher dazu, was über die Anbauverbände zu posten.

Ob man die Siegel hier posten darf weiß ich nicht. Ich denke, dass das keine Probleme gibt, weil wir ja über die berichten. Notfalls könnte man bei den Verbänden selbst anfragen, vielleicht.... Die haben ja alle Internetpräsenzen.
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lalune
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BeitragVerfasst am: 17 Jul 2006 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

So dann fang ich mal mit dem wohl bekanntesten an, bitte berücksichtigt, dass dies nur eine kurze Zusammenfassung ist, für ausführlichere Informationen einfach den Link benutzen:

Das Bio-Siegel nach EG-Öko-Verordnung
Das Bio Siegel ist eine markenrechtlich geschützte, staatliche Kennzeichnung, mit dem seit September 2001 Lebensmittel versehen werden können. Ausschließlich Erzeugnisse, die gemäß der EG-Öko-Verordnung hergestellt bzw. angebaut werden, dürfen dieses Siegel tragen. Hersteller und Erzeuger müssen sich regelmäßigen Kontrollen unterziehen. Die Kontrollstellen werden wiederum ebenfalls kontrolliert.

Anforderungen an Lebensmittel und erzeugende Betriebe nach EG-Öko-Verordnung

Allgemeines zum Betrieb
    Eine Teilumstellung ist möglich, d.h. der Betrieb darf auch weiterhin konventionell, also "nicht Bio" bewirtschaften.
    Eine Mindestumstellungzeit (ca. 2-3 Jahre) vor Vermarktung der Bio-Produkte muss eingehalten werden.

Pflanzen, Pflanzenschutz und Dünger
    Abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen sind vorgeschrieben
    Bestrahlung nicht zulässig
    gentechnisch veränderte Organismen nicht zulässig
    Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln nicht zulässig
    Verwendung von leicht löslichem, mineralischen Dünger nicht zulässig
    Blut-, Fleisch- und Knochenmehle und Guano sind als Dünger zugelassen
    Anbauflächen werden nicht auf eventuelle Kontaminierung/Altlasten geprüft

Tierhaltung und Fütterung
    Anzahl der Tiere ist auf z.B. 230 Hennen, 580 Hähnchen oder 14 Schweine pro ha und Jahr begrenzt.
    Vorschriften zur eigenen Futtererzeugung gibt es nicht.
    Bei Schweinen und Geflügel müssen mindestens 85% des Futters ökologisch erzeugt sein, bei Rindern, Ziegen und Schafen mindestens 95%.
    Fischmehl ist als Futterbestandteil zulässig.
    Die Fütterung von Silage bei Wiederkäuern ist nicht geregelt.
    Antibiotika und Leistungsförderer sind nicht zulässig.
    Keine Regelungen zum Kuhtrainer.

Kennzeichnung und Zusatzstoffe
    95% der Zutaten müssen ökologischer Herkunft sein.
    Anderweitige Zutaten dürfen nur verwendet werden, sofern diese nicht in Bioqualität verfügbar sind.
    Insgesamt ist die Anzahl von Zusatzstoffen auf 49 beschränkt.
    Zusatz von Nitritpökelsalz ist nicht geregelt, jedoch nach deutschem Lebensmittelrecht zulässig.
    Verarbeitung von tierischen Produkten ist nicht geregelt.

Obwohl das Siegel staatlich ist und nur in Deutschland gilt, dürfen nicht nur Produkte aus Deutschland, sondern auch aus anderen EU-Ländern und Drittländern das Siegel tragen, sofern sie sich den Kontrollen unterziehen und die vorgenannten Voraussetzungen erfüllen.


Zuletzt bearbeitet von lalune am 09 Nov 2006 17:30, insgesamt 2-mal bearbeitet
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lalune
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BeitragVerfasst am: 11 Sep 2006 13:22    Titel: Antworten mit Zitat

Bioland e.V.
Bioland ist (nach eigenen Angaben) zurzeit der größte ökologische Anbauverband in Deutschland, existiert seit ca. 50 Jahren. Der Bioland-Verband ist ein eingetragener Verein und zählt aktuell ca. 4.540 ordentliche Mitglieder/landwirtschaftliche Betriebe (Stand: Januar 2006), die alle erzeugende Betriebe sind und sich per Vertrag zur Richtlinieneinhaltung und regelmäßigen Kontrollen (1 x jährlich von unabhängiger staatlich zugelassener Kontrollstelle und zusätzlich unangekündigte Stichprobenkontrollen) verpflichten. Diese Richtlinen existieren seit 1970, werden seitdem ständig weiterentwickelt und lieferten u.a. sogar die Grundlage bei der Erstellung der EU-Öko-Verordnung.

Anforderungen an Mitglieder des Bioland e.V. (erzeugende Betriebe) und deren Produkte

Allgemeines zum Betrieb
    Komplettumstellung auf ausschließlich ökologische Bewirtschaftung ist vorgeschrieben.
    Eine Mindestumstellungzeit (ca. 2-3 Jahre) vor Vermarktung der Bioland-Produkte muss eingehalten werden.

Pflanzen, Pflanzenschutz und Dünger
    Abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen sind vorgeschrieben
    Landesübliche Sorten sind Hybriden vorzuziehen
    Bestrahlung nicht zulässig
    gentechnisch veränderte Organismen nicht zulässig
    Pflanzenschutz und/oder -düngung mit chemisch-synthetischen Mitteln nicht zulässig
    Verwendung von leicht löslichem, mineralischen Dünger nicht zulässig
    Blut-, Fleisch- und Knochenmehle und Guano sind verboten
    Anbauflächen müssen auf eventuelle Kontaminierung/Altlasten überprüft werden

Tierhaltung und Fütterung
    Anzahl der Tiere ist auf z.B. 140 Hennen, 280 Hähnchen oder 10 Schweine pro ha und Jahr begrenzt.
    Über 50 % des Futters muss selbst erzeugt werden oder von einem kooperierenden Betrieb stammen.
    Grundsätzlich ist 100%iges Biofutter vorgeschrieben, außer bei drohender mangelernährung sowie nicht Verfügbarkeit der ökologischen Futterkomponenten. In diesen Ausnahmefällen gilt: Bei Schweinen müssen mindestens 95% des Futters ökologisch erzeugt sein, bei Geflügel 85 - 90 % (Es wird unterschieden zwischen Mastgeflügel, Puten und Legehennen, daher der von/bis-Wert) und bei Schafen mindestens 95%. Für Rinder und Ziegen ist das Zufüttern konventioneller Komponenten verboten.
    Fischmehl ist als Futterbestandteil nicht zulässig.
    Ganzjährige Fütterung von Silage bei Wiederkäuern ist verboten, im Sommer ist Grünfütterung vorgeschrieben.
    Antibiotika und Leistungsförderer sind nicht zulässig.
    Kuhtrainer sind nicht erlaubt.

Kennzeichnung und Zusatzstoffe
    100 % der Zutaten müssen ökologischer Herkunft sein.
    Anderweitige Zutaten dürfen nur bei nachweislicher Nichtverfügbarkeit verwendet werden, bedürfen jedoch einer Ausnahmegenehmigung des Verbandes. Die Ausnahmegenehmigung für konventionelle Zutaten wird nur bis zu einem Anteil von maximal 5 % erteilt.
    Insgesamt ist die Anzahl von Zusatzstoffen auf 26 beschränkt.
    Zusatz von Nitritpökelsalz ist nicht gestattet.
    Verarbeitung von tierischen Produkten ist geregelt.
    Die Weiterverarbeitung ist insgesamt in einem eigenen Richtlinienwerk nach Produktgruppen sortiert geregelt.

Neben den 4.540 ordentlichen Mitgliedern des Bioland e.V. gibt es noch 1.000 außerordentliche Mitglieder (Fördermitglieder) sowie 720 Lebensmittelhersteller aus verschiedenen Branchen (z.B. Bäcker etc.), die Bioland-Produkte verarbeiten (Stand: Januar 2006).
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lalune
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BeitragVerfasst am: 14 Nov 2006 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

demeter – Biologisch-Dynamische Landwirtschaft
Seit über 70 Jahren existiert die Marke demeter, deren Produkterzeugung auf anthroposphischen Grundsätzen basiert. Eigentümer der Marke demeter in Deutschland und vielen weiteren Ländern ist der „Forschungsring für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise“. Den Grundstein für die Biologisch-Dynamische Landwirtschaft hat Rudolf Steiner in den 1920er Jahren mit seinen "Geisteswissenschaftlichen Grundlagen zum Gedeihen der Landwirtschaft" gesetzt. Hierbei wird nicht nur Wert auf die ökologische Erzeugung von Lebensmitteln Wert gelegt, sondern darüber hinaus der landwirtschaftliche Betrieb als Organismus betrachtet. Das heißt die Bauern verpflichten sich, nicht nur materielle Substanzen und physische Abläufe der Natur, sondern auch übersinnliche, kosmische Kräfte bei ihrer täglichen Arbeit zu berücksichtigen. Angestrebt wird damit ein gesundes Zusammenspiel von Menschen, Tieren, Pflanzen, Erde und Kosmos.

Demeter-International ist weltweit mit über 3.200 produzierenden Betrieben in ca. 38 Ländern vertreten.

Schon seit Einführung der Marke demeter existieren für die Vertragspartner ständig weiter entwickelte Richtlinien, deren Einhaltung seit Beginn kontrolliert wird. Die demter Produkte unterliegen ebenfalls den jährlichen, staatlichen Kontrollen der EG-Öko-Verordnung.


Anforderungen an demeter-Landwirte und -Verarbeiter

Allgemeines zum Betrieb
    Umstellung des gesamten Betriebes auf Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise ist vorgeschrieben.
    Eine Mindestumstellungszeit (ca. 2-3 Jahre) vor Vermarktung der Demeter-Produkte muss eingehalten werden (es gibt als Zwischenschritt die Möglichkeit der Vermarktung mit dem Hinweis „Umstellung auf demeter“ oder „biodyn“, was aber auch erst nach dem 12. Monat nach Umstellung erfolgen darf. Voraussetzung hierfür ist allerdings die Zertifizierung des Betriebs durch demeter).
    Eine maximale Umstellungszeit von 5 Jahren darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden.
    Die Zertifizierung wird jeweils nur für ein Jahr erteilt und kann nach jährlicher Inspektion erneut erteilt werden.

Pflanzen, Pflanzenschutz und Dünger
    Ausgewogene, standortgerechte Fruchtfolgen und darauf basierender Aufbau nachhaltiger Bodenfruchtbarkeit sind Pflicht.
    Keine Hybriden bei Getreideanbau (ausgenommen Mais).
    Biodynamisches Pflanzengut (u.U. auch Hybriden) ist immer zu bevorzugen.
    Bestrahlung nicht zulässig.
    gentechnisch verändertes Saat- und Pflanzengut ist nicht zulässig.
    Pflanzenschutz und/oder -düngung mit chemisch-synthetischen Mitteln nicht zulässig.
    Verwendung von leicht löslichem, mineralischen Dünger nicht zulässig.
    Blut-, Fleisch- und Knochenmehle und Guano sind verboten.
    Anbauflächen müssen auf eventuelle Kontaminierung/Altlasten überprüft werden.
    Kosmische Rhythmen sind bei Anbau- und Pflegemaßnahmen zu berücksichtigen.
    Die Verwendung ausschließlich betriebseigener Düngemittel (z.B. aus Kuhhaltung) ist anzustreben.
    Dünger wird mit Mineralien und Heilkräutern angereichert.
    Jeder Zukauf von Dünger muss bei der jährlichen Zertifizierung angegeben werden.

Tierhaltung und Fütterung
    Eine demeter-Zertifizierung landwirtschaftlicher Betriebe ohne eigene Rauhfutterfresser (Wiederkäuer/Equiden) ist nur in Ausnahmefällen möglich.
    Anzahl der Tiere ist auf z.B. 140 Hennen, 280 Masthühner oder 10 Schweine pro ha und Jahr begrenzt.
    Mindestens 50 % des Futters muss selbst erzeugt werden oder von einem kooperierenden demeter-Betrieb stammen.
    Mindestens zwei Drittel des Futters müssen biodynamisch sein (Ausnahmen sind bei Schweinen und Geflügel möglich), bis zu einem Drittel darf Futter aus der Erzeugung „In Umstellung auf Demeter sein“, anderes Biofutter darf zu maximal 20% enthalten sein.
    Futtermittel konventioneller Herkunft sind nicht erlaubt, in Notsituationen sind jedoch Ausnahmeregelungen möglich.
    Futtermittel tierischer Herkunft – ausgenommen Milch- und Milchprodukte - sind ausgeschlossen.
    Im Sommer ist Grünfütterung für Wiederkäuer vorgeschrieben, im Winter sollen sie einen großen Heuanteil erhalten, eine ausschließliche Fütterung von Silage ist verboten
    Antibiotika und Leistungsförderer sind nicht zulässig.
    Kuhtrainer sind nicht erlaubt.
    Das Enthornen von Wiederkäuern ist nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Kennzeichnung und Zusatzstoffe
    Mindestens 90% der Zutaten müssen demeter-zertifiziert sein.
    Mindestens 95% müssen zertifizierte ökologische Zutaten sein.
    Zusatz von Nitritpökelsalz ist nicht gestattet.
    Die Weiterverarbeitung ist insgesamt in einem eigenen Richtlinienwerk nach Produktgruppen sortiert geregelt.
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lalune
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BeitragVerfasst am: 14 Nov 2006 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

So, langsam aber sicher, möchte ich hier zu einem Abschluss - zumindest meiner Recherchen und Auflistungen - kommen.

Inzwischen meine ich - auf Basis meiner gewonnenen Erkenntnisse - dass es nicht sinnvoll ist, noch weitere Verbände hier tabellarisch aufzuführen. Ich würde eher abschließend eine Einteilung in drei Kategorien vornehmen, die auch der Reihenfolge, in der sie hier genannt werden, entspricht und von der ich glaube, dass sich die hier bislang nicht detailliert beschriebenen Verbände dort einsortieren lassen.

1. Bio-Siegel nach EG-Öko-Verordnung
Absolute Mindestanforderung.

2. Bioland und andere Anbauverbände
In der Hoffnung, niemandem damit Unrecht zu tun, würde ich in dieser "mittleren" Kategorie beispielsweise auch Verbände wie Naturland, Bio-Kreis usw. unterbringen. Abweichungen der anderen Verbände gegenüber der hier (unvollständig) aufgelisteten Richtlinien-Stichpunkte von Bioland sind natürlich möglich (sogar wahrscheinlich), sollten sich aber in einem akzeptablen Rahmen bewegen.
Anforderungen sind in allen Bereichen schon deutlich höher.

3. Demeter - Biologisch-Dynamische Landwirtschaft
Einziger biologisch-dynamischer Anbauverband mit strengsten Anforderungen und anthroposophischen Grundsätzen.
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BeitragVerfasst am: 05 Jun 2007 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Und nun noch mein persönlicher Senf:

Die Kategorisierung spricht ja eigentlich schon für sich, trotzdem noch als Anmerkung wie ich es mache:

Alles in demeter ist leider nicht verfügbar (und vermutlich nicht bezahlbar Wink ), wäre aber immer meine erste Wahl, wenn’s da ist. Insbesondere bei Fleisch würde ich auf demeter zurückgreifen, weil’s hier um die Tiere geht und die Regeln dort nun mal am strengsten/tierfreundlichsten sind.

Bei anderen Produkten ist es nicht so entscheidend, ich denke man sollte auf Herkunft, also Transportweg, Verpackung und ggf. auch fair trade-Siegel achten, unter Umständen spielt natürlich auch der Preis eine Rolle - ich gebe zu, dass ich z.B. bei Olivenöl echt zögerlich werde, wenn ich für den Liter 14 Euro hinblättern soll (womit ich keinesfalls die Qualität in Frage stelle, gut möglich, dass es das auch wert ist, das kann ich nicht beurteilen). Meist muss man für sich selbst abwägen, was letztendlich das kleinere Übel ist, bei manchen Artikeln stellt sich die Frage gar nicht, außer ich suche noch einen anderen Laden auf, wobei ich wieder mit dem Auto die Umwelt belaste, weil der erst zig Kilometer weiter in die andere Richtung zu finden ist…

Die goldene Regel hierzu gibt es also nicht, aber wenn man die Unterschiede kennt, wird vielleicht die eine oder andere Entscheidung erleichtert.

So und nun darf hier diskutiert werden, falls Bedarf besteht.

Oder wenn sich doch noch jemand ein Kurzportrait eines anderen Anbauverbandes herbeiwünscht, der hier unbedingt auftauchen sollte oder konkrete Fragen hat – nur zu, ich recherchiere da gerne weiter (nur vielleicht nicht immer gleich sofort sekundenschnell  )
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BeitragVerfasst am: 05 Jun 2007 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe bislang die Anbauverbände rein positiv gesehen. Vor kurzem bin ich aber (weiß gar nicht wo) auf Informationen gestoßen, die besagten, dass die Anbauverbände auch Nachteile haben, weil sie die Hersteller viel kosten und diese teilweise auch belasten. Die Kosten für ein zertifikat seien horrende und für kleien Hersteller oft nicht leistbar.
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BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 10:27    Titel: Antworten mit Zitat

Oh nein, aber das klingt interessant... hast du noch eine grobe Vorstellung um welchen Anbauverband es ging? Oder war das allgemein für alle?

Hab mich ja nur über die Richtlinien der Verbände selbst informiert und auf den eigenen Seiten werden die sowas ja nicht ausplaudern... Wink
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BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

Bin bislang nicht fündig geworden, aber hier in dem ersten Artikel ("Bio-Betriebe verdienen mehr" vom 21.05.2007) steht z.B., dass die Erträge der Bio-Betriebe zwar geringer sind, sie aber durch den Verzicht auf teure Dünge- und Pflanzenschutzmittel letztendlich doch höhere Gewinne erzielen.

Das mit den Zertifikaten prüfe ich mal, ist natürlich möglich, dass gerade kleine Betriebe da ein Problem bekommen und evtl. nicht mithalten können...
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BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, um welchen Verband genau es ging weiß ich nicht, aber ich dachte schon, die Behauptung war, es sei ein allgemeines Problem.
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BeitragVerfasst am: 06 Jun 2007 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist in der Tat so. Für kleine und mittlere Betriebe lohnt es sich kaum, sich einem Verband wie Bioland oder demeter anzuschließen. Nicht nur wegen der horrenden Lizenzgebühren. Bei Gemüseanbau etc. geht es gerade noch, aber viele Höfe liegen in klimatisch weniger günstigen Gebieten, die reinen Gemüsebau zum russischen Roulette werden lassen. Bleibt dann noch die Viehhaltung und dort werden solch hohe Auflagen gestellt, die sich nur mit immensen Investitionen erfüllen lassen. Der Hauptfaktor ist aber, daß der Betrieb je nach Zertifizierung einige Jahre lang nach biologischen Richtlinien bewirtschaftet werden muß, die Produkte aber noch nicht zu einem höheren Preis verkauft werden können, weil man ja offiziell noch nicht "bio" ist. In der Zwischenzeit laufen aber die Kreditzinsen für die Investitionen weiter.
Genau diese Durststrecke können viele Bauern finanziell nicht überbrücken.
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BeitragVerfasst am: 07 Jun 2007 11:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das klingt logisch. Ich glaube, es gibt auch einige Verbände, die einen reinen Gemüseanbau gar nicht zulassen, weil auf dem Hof Kreisläufe entstehen sollen... Das weiß ich aber auch wieder nicht genau.
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BeitragVerfasst am: 18 Jun 2007 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Logisch kostet es etwas, wenn man sich mit irgendwelchen Siegeln schmücken will. Das habe ich auch schon oft gehört. Die Verbände verdienen daran nicht schlecht und müssen ja auch laufende Kosten decken.

Ich finde nicht, daß mein Gemüse unbedingt biologisch-dynamisch sein muss. Das ist meiner Meinung nach eine Lebenseinstellung und kein Kriterium für umweltfreundliches Handeln. (Ich weiß, dass man das auch anders sehen kann).
Was mich aber oft ernsthaft dazu bringt, kein Bio mehr beim Gemüse zumindest zu kaufen, ist, daß die Sachen unendlich viele Kilometer transportiert werden. Da schaut keiner drauf. Spanische Biotomaten, obwohl bei uns schon Tomatenzeit ist? (Gewächshaus). Nö. Dann lieber "konventioneller" und regional, wenn nicht sogar lokal. Also direkt vom Erzeuger.

lg
Jol
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BeitragVerfasst am: 26 Okt 2011 14:19    Titel: Danke für diese Aufgliederung Antworten mit Zitat

@Lalune, sind zwar schon ein paar Jahre her, seit Deinen Posts, aber danke, dass Du die wichtigsten Kriterien des Bio-Anbaus so aufgeschlüsselt hast.

Das kann ich im Übrigen aus der Praxis bestätigen:

Ich machte schon vor vielen Jahren einmal selbst das Experiment und kaufte Milch verschiedener Hersteller.
Es war verblüffend, wie unterschiedlich diese schmecken. Auch da hob sich im Übrigen Demeter deutlich von den anderen Herstellern ab.
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