Kostnix-Tipps für ethisches Leben

 
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Morgan
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BeitragVerfasst am: 12 Jun 2012 9:10    Titel: Kostnix-Tipps für ethisches Leben Antworten mit Zitat

1. Lerne kochen!

Kochen können ist das A und O! Wer Möhren nur als Beigemüse zu Frikadellen kennt, wird sich wundern, wie viele unterschiedliche herzhafte und süße Köstlichkeiten man aus diesen preiswerten, ganzjährig aus regionalem Anbau erhältlichen Wurzeln zaubern kann! Gleiches gilt für die meisten anderen Gemüse. Fundgrube für solche Rezepte sind viele ausländische Küchen und auch die vegetarische Küche.

Auch Fertiggerichte, Fix-Päckchen, Instant-Soßen und andere Conveniance-Produkte werden überflüssig, wenn man kochen kann. In vielen Fällen dauert Selberkochen nämlich nicht länger als der Griff zur Tüte - allenfalls die "Schnippeltechnik" muss man sich noch aneignen. Aber das ist mit einem guten Messer und etwas Übung rasch gelernt.

Selberkochen spart außerdem deutlich - Geld und verschiedene Zusatzstoffe, die zwar nicht unbedingt gesundheitsschädlich sind, aber oft nur eine bessere Qualität vorgaukeln, als das Produkt tatsächlich hat. Zudem sind die meisten Conveniance-Produkte aufwändig verpackt und die Zutaten, vornehmlich Fleisch, Milchbestandteile und Eier, stammen oft aus der Massentierhaltung mit all ihren Nachteilen.

2. Verzichte auf Schnittblumen!

Schnittblumen werden oft in Kolumbien oder Ostafrika angebaut - auch wenn sie angeblich aus Holland kommen. Die Arbeitsbedingungen sind dort oft erbärmlich, die Natur wird durch den großflächigen Anbau zerstört und die Pflanzen sind oft stark pestizidbelastet. Statt dessen kann man sich Blüten, Blätter, Zweige etc. aus der heimischen Natur holen und damit phantasievoll und passend zur Saison das Heim dekorieren.

3. Leihe das, was du nicht täglich brauchst!

Vom Buch übers Abendkleid, vom Auto bis zur Rasenwalze gibt es fast alles, was man nur hin und wieder braucht, preiswert zu leihen. In großen Städten ist es sicher leichter, einen Tauschring, einen Abendkleid-Verleih oder etwas wie "StattAuto" zu finden. Aber auch auf dem Land gibt es Büchereien und Baumärkte. Und übers Internet findet jeder eine Mitfahrzentrale!

4. Verzichte auf "kostenlose Zugaben", wenn du sie nicht wirklich brauchst!

Alle zwei Jahre das neueste Handymodell zu bekommen und das noch kostenlos oder für kleines Geld ist sicher verlockend. Dennoch sollte man sich überlegen, ob man dies in Anspruch nehmen will, wenn man nicht wirklich ein neues Handy braucht. Schließlich verbrauchen elektronische Geräte viel Rohstoffe und Energie bei der Herstellung und auch das Recycling geschieht keineswegs immer besonders umweltfreundlich.

Ähnliches gilt für Geschenke, die man oft im Zusammenhang mit Zeitschriften-Abos etc. erhält. Wenn man die elektrische Bratpfanne, den pfeifenden Vogel als Bewegungsmelder, das Messerset nicht wirklich braucht, sollte man darauf verzichten. Früher oder später landen diese Gegenstände sonst doch auf dem Müll - meist früher, da die Qualität solcher Beigaben oft nur mäßig ist.

5. Iss weniger Fleisch

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt zwei, maximal drei Fleischmahlzeiten in der Woche, die aus Portionen von jeweils 150g bestehen. Hier ist die Wurst auf dem Brot schon eingerechnet! Die meisten Schnitzel und Hühnerbeine wiegen deutlich mehr als 150g. Viele Menschen dürften also mit ihrem Fleischkonsum deutlich über der Empfehlung liegen. Hier ist in der Tat sehr viel Einsparpotential vorhanden. Mit dem gesparten Geld kann man locker Bio-Fleisch einkaufen und tut so nicht nur etwas für seine Gesundheit, sondern auch für eine gesunde Landwirtschaft!

6. Sei skeptisch und informiere dich!

Was ist "bio" am Bio-Diesel? Was bedeutet "dermatologisch getestet"? Wie "grün" ist mein Stromanbieter? Was ist von manchen "Tipps" in Selbermach-Foren zu halten? Ist "Wachstum" zur Überwindung der Armut, Gentechnik zur Besiegung des Hungers in der Welt nötig? Wer verdient an was?

Nicht alles, was sich gut anhört, ist auch gut! Fast jedes Wasch- und Reinigungsmittel wirbt heute damit, besonders sanft zu Haut und Umwelt zu sein. Tatsächlich erfüllen ALLE Putzmittel die gesetzlichen Anforderungen, zB hinsichtlich der biologischen Abbaubarkeit von Tensiden. Man kann also guten Gewissens bei Allzweckreiniger und Scheuerpulver bleiben und braucht im Allgemeinen keine Spezialmittelchen.

Manche Tipps, zB angelaufenes Silber mit einem Bad aus Alufolie, Salz und Essig zu reinigen, weil das "ohne Chemie" sei, kann man getrost vergessen. Diese Methode ist Chemie pur (sonst würde sie nicht funktionieren) und die benutzte Reinigungslösung einfach in den Ausguss zu kippen, ist eine schlimmere Umweltsünde, als ein spezielles Silberputzmittel zu kaufen, dessen Grundwasserunschädlichkeit vom Hersteller nachgewiesen werden muss.

Auch das Versprechen mancher Stromanbieter hinsichtlich Ökostrom ist oft Augenwischerei. Die großen Stromkonzerne betreiben weiter AKW und investieren auch in solche Anlagen. Meist werden lediglich Zertifikate gekauft, mit denen Umweltsünden ausgeglichen werden sollen - und die lässt sich der Anbieter auch noch vom Kunden bezahlen!

Es ist Arbeit, sich aus seriösen Quellen zu informieren, aber diese Arbeit kostet nichts außer Zeit (und manchmal Nerven).

7. Werde politisch aktiv!

Informiere dich über das Wahlprogramm der Parteien und wähle entsprechend.

Wenn du kannst, werde selbst politisch aktiv oder engagiere dich ehrenamtlich in einem Natur- oder Umweltschutz-Verband.

Nimm an Unterschriftensammlungen und Petitionen teil.

Schreibe deinem Abgeordneten, wenn du ein besonderes Anliegen hast.

Schreibe auch an die Betreiber von Firmen, Herstellern, Supermärkten etc., wenn du findest, dass diese mehr für den Umwelt-, Tier- oder Naturschutz tun könnten oder sich nicht sozial genug verhalten, zB durch die Duldung von Kinderarbeit in Dritte-Welt-Ländern, Dumping-Löhne oder "Outsourcing" von inländischen Produktionsstätten in Billiglohn-Länder. Ein solches Auslagern verhilft nur dem Produzenten zu Wohlstand! In den Herstellerländern verdienen die Leute nicht genug, um ein einigermaßen menschenwürdiges Leben führen zu können, hierzulande werden Arbeitsplätze vernichtet und Steuergelder gehen verloren. Umweltschutzmaßnahmen haben in Drittländern oft zu niedrige Standards und die Qualität der Produkte sinkt bei Verlagerung der Produktion oft erheblich (Beispiel: Energiesparlampen aus China, die mit hochgiftigem elementaren Quecksilber hergestellt werden statt, wie in Europa Vorschrift, mit einer ungiftigeren Quecksilber-Verbindung).

Auch diese Maßnahmen kosten Zeit und Nerven, aber kein Geld.

So kann jeder etwas tun, um diese Welt ein kleines bisschen besser zu machen.
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Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
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Merin
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BeitragVerfasst am: 15 Jun 2012 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für diese Zusammenstellung. Ich glaube, wir sollten Möhrenrezepte sammeln. Smile Und Kohl, der ist auch billig.
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George Bernhard Shaw
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Rekan
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BeitragVerfasst am: 18 Jun 2012 5:54    Titel: Antworten mit Zitat

Lauch! Lauch ist mein absolutes Standardgemüse.
Im Moment, wenn ich zu faul bin was großartiges zu kochen, schnibbel ich ne Stange Lauch klein und hau die mit Hack oder Tofu, ein paar Gewürzen und nem Becher Schmand in die Pfanne.
Essen fertig!
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Asche zu Asche. Staub zu Staub. Aber wohin mit den Silikontitten?
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