Veganismus
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    kräuterkommune.de Foren-Übersicht -> Lebensalternativen
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Morgan
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 26.05.2012
Beiträge: 301
Wohnort: Wo die Nahe nach RLP kommt

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2012 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, das Wichtigste ist, der Natur nicht mehr zu entnehmen als man ihr gibt und als man braucht.
Kunststoffe sind - entschuldige - so kackbillig, dass man geneigt ist, sich mehr zu kaufen als man braucht. Man kann der Natur auch nix mehr zurückgeben vom Erdöl, aus dem Kunststoffsachen sind, sie eignen sich weder zum Recycling noch für den Kompost, sind einfach nur giftig.
Und leider sind die meisten Kunstlederschuhe auch nicht so langlebig wie gute Lederschuhe.
Gleiches gilt für Wollpullover etc.
Für mich ist ein vegetarisches Leben okay, aber veganes Leben geht in meinen Augen ganz oft nicht mit ökologischer, naturnaher Lebensweise zusammen.
_________________
Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Die gütige Fee
NaturfreundIn
NaturfreundIn



Anmeldedatum: 15.07.2012
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2012 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Klar sind künstliche Produkte nicht natürlicher, aber ich könnte es nicht mit mir und meinem Gewissen vereinbaren, tierische Produkte zu nutzen, ich finde das schlichtweg falsch. Man kann oft nun mal nicht alles richtig machen, aber der Veganismus steht bei mir definitiv an erster Stelle und danach kommen andere Dinge.
_________________
Don't blow it- other planets are hard to find!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Morgan
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 26.05.2012
Beiträge: 301
Wohnort: Wo die Nahe nach RLP kommt

BeitragVerfasst am: 23 Jul 2012 13:55    Titel: Antworten mit Zitat

Du hast sicher deine Gründe und die akzeptiere ich auch dann, wenn ich sie einmal nicht nachvollziehen kann.
_________________
Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Merin
ModeratorIn
ModeratorIn



Anmeldedatum: 23.05.2006
Beiträge: 3950
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2012 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Warum steht denn für Dich der Veganismus an erster Stelle? Ich glaube, ich könnte es eher nachvollziehen, wenn ich mehr von Deinen gedanklichen Hintergründen wüsste.
_________________
Du siehst Dinge und fragst: Warum?
Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Die gütige Fee
NaturfreundIn
NaturfreundIn



Anmeldedatum: 15.07.2012
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2012 19:00    Titel: Antworten mit Zitat

Der Veganismus steht bei mir an erster Stelle, weil ich denke, dass Leben an erster Stelle kommen sollte und zwar das Leben von Menschen UND Tieren. Für mich sind Tiere und Menschen gleichwertig. Wenn ich keine Menschen töten darf, darf ich keine Tiere töten, weil das für mich genauso Mord wäre und von daher würde ich auch niemals die Haut von einem anderen Lebewesen tragen. Das fände ich einfach ekelhaft. Ich möchte auch nicht mit meinem Konsum unterstützen, dass Tiere ausgebeutet und getötet werden.
_________________
Don't blow it- other planets are hard to find!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Morgan
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 26.05.2012
Beiträge: 301
Wohnort: Wo die Nahe nach RLP kommt

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2012 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann deine Beweggründe einerseits verstehen, andererseits muss ich sagen, dass dies eine typisch menschliche und damit chauvinistische Sichtweise ist.
Sie geht völlig an der Natur und ihren Gesetzen vorbei und ist ein Konstrukt, das nicht mal ansatzweise einbezieht, was du schützen möchtest - nämlich Lebewesen.

Wenn es darum geht, Tiere nicht zu quälen und zu misshandeln bin ich ganz bei dir!!! Ich möchte und tu das auch nicht.
Deshalb gibts bei mir weder Fleisch noch Milchprodukte aus konventioneller Haltung, Eier, Geflügel und Honig nur von mir persönlich bekannten Leuten, von denen ich weiß, wie sie ihre Tiere halten und manche Lebensmittel verkneife ich mir komplett, weil die Erzeugung dieser Nahrungsmittel nicht ohne Tierquälerei abgeht, wie zB Gänsestopfleber, die ich mir früher hin und wieder sehr gerne, wenn auch nicht oft, geleistet habe. Meeresfisch steht bei uns wegen der immer noch für das Meer als Ökosystem katastrophalen Fangbedingungen auf dem Index.

Wenn du einmal in die Natur schaust, wirst du sehen, dass es dort ein einziges Fressen und Gefressenwerden gibt. Und das ist auch völlig okay so, denn was passiert, wenn der Fuchs keinen Hasen mehr frisst, sieht man gut am Beispiel von Australien. Da brachten weiße Siedler die niedlichen Mümmler aus Europa mit. Da diese in Australien keine natürlichen Feinde hatten, vermehrten sie sich wie die sprichwörtlichen Karnickel und wurden zu einer wahren Landplage.
Es ist also in Ordnung, wenn Tiere, die Fleisch fressen können, dies auch tun.
Und der Mensch IST ein Tier, das Fleisch fressen kann. Biologisch betrachtet ist er ein Allesfresser mit starker Betonung von Pflanzenkost und so sollte er sich auch ernähren.
Als Mensch das Tiernutzung abzulehnen ist imho ein ebenso großer und anmaßender Eingriff in die Natur wie die übermäßige Verlegung auf Nahrung tierischer Herkunft, wobei womoglich noch wählerisch nur bestimmte Stücke (vom Schwein nur der Schinken, vom Huhn nur die Brust etc,) verzehrt werden. Denn dies hat zweifellos Ausbeutung und Qual nicht nur für die betreffenden Tiere, sondern auch für Menschen und die Umwelt zur Folge.

Mir reicht auch deine Begründung nicht aus, dass kein Mensch einen anderen töten darf und du deshalb keine Tiere isst! Hier wird der Mensch als Maß der Dinge genommen und das Tier gnädigerweise ihm gleichgestellt (hm... der Mensch IST doch ein Tier, oder?)
Pflanzen sind ebenfalls Lebewesen.
Bis vor etwa 40 Jahren war es einhellige medizinische Lehrmeinung, dass Neugeborene ein viel zu unreifes Nervensystem und Bewusstsein hätten, um mehr als ein diffuses Unlustgefühl emfinden zu können. Keinesfalls könne ein neugeborenes Angst oder Schmerz empfinden. und so wurden fröhlich Lippen- und Zungenbändchen durchschnitten, Nabelwunden geätzt, bei der Geburt ausgekugelte Schultern eingerenkt und Vorhäute beschnitten, ohne sich um Schmerzbetäubung oder anschließende Schmerztherapie zu kümmern.
Inzwischen weiß man, dass dies falsch ist. Und man weiß, dass auch Tiere Schmerz und Angst empfinden.
Von Pflanzen weiß man dies nicht und nimmt es auch nicht an.
Aber gesetzt den Fall, man würde in 30 Jahren feststellen, dass Pflanzen ebenso Gefühle haben? Dass eine Kartoffel Höllenqualen leidet, wenn man sie schält und zerschneidet? Dass Kressesprossen sich winden würden, wenn sie könnten, wenn man sie abschneidet? Schließlich LEBEN die meisten Pflanzen ja noch, wenn wir sie zubereiten.
Was würden wir dann essen?

Wer sagt dir außerdem, dass man keine Menschen töten darf?
Sicher, es gibt zumindest hierzulande Gesetze, die dir das Töten eines Menschen ohne wichtigen Grund verbieten. Dieser wichtige Grund kann Notwehr oder Nothilfe sein, ein "Schießbefehl" im Verteidigungskrieg, aber auch eine Abtreibung eines Kindes, das behindert sein würde oder das man aus einem anderen Grund nicht haben möchte. Andere Länder lassen noch andere Gründe als wichtig genug zu, einen Menschen zu töten, zB sanktioniert durch die Todesstrafe oder die Möglichkeit aktiver Sterbehilfe. Man kann das gut finden oder nicht, aber es ist offensichtlich keineswegs so, dass Menschen einander nicht töten dürfen.
Der gleiche Gesetzgeber verbietet aber auch das Töten eines Wirbeltieres ohne wichtigen Grund. Er verbietet NICHT das Töten wirbelloser Tiere wie Insekten und Nacktschnecken und auch nicht das Töten von Einzellern und anderen Mikroorganismen (von denen einige zweifellos Tiere sind und alle sind sie LEBEWESEN).
Die Menschheit sagt dir also nicht, dass du nicht töten darfst.
Die Natur aber auch nicht, denn wie ich oben schrieb, wird da ganz ordentlich gefressen und getötet.
Wer also dann?
Ein Gott? Karma?
Man kann an derlei glauben (und offengestanden glaube auch ich, dass alles, was wir tun, Folgen hat - hier und anderswo).
Dennoch halte ich den Hinweis auf jedwege Form transzendenter Belohnung oder Strafe für unzulässig, wenn es um Fragen der Ethik geht.
Ethik ist im Gegensatz zur Moral etwas zutiefst rationales und echte Ethik muss für alle Menschen in ihrer Begründung nachvollziebar sein und die Konsequenzen eines Handelns müssen sich in dieser Welt nachweisen lassen.
Wir dürfen uns irren, wir dürfen und MÜSSEN dann sogar die ethische Diskussion erneut führen - siehe das Beispiel mit den "schmerzunempfindlichen Säuglingen" - und versuchen, zu einer Lösung zu kommen,aber wir dürfen uns niemals auf eine transzendente Begründung berufen, wenn wir unser Tun und Lassen rechtfertigen wollen.

Andere, nichtmenschliche Spezies scheinen das zu wissen. Ich hab jedenfalls noch nie gehört, dass ein Affe eine Erfindung gemacht hätte...
Letztendlich hätten wior uns noch nichtmal anmaßen dürfen, uns außerhalb die Natur zu stellen und diese nach unseren Wünschen zu formen oder gar zu verbessern.
_________________
Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Die gütige Fee
NaturfreundIn
NaturfreundIn



Anmeldedatum: 15.07.2012
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 24 Jul 2012 23:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte einen langen Text geschrieben, aber dann dachte ich, dass das hier zu Off Topic wird, ich schreibe dir daher eine PM mit besagtem Text.
_________________
Don't blow it- other planets are hard to find!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Morgan
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 26.05.2012
Beiträge: 301
Wohnort: Wo die Nahe nach RLP kommt

BeitragVerfasst am: 25 Jul 2012 7:44    Titel: Antworten mit Zitat

Hab dir auch per PN geantwortet.

Merin hatte dich ja nach deinen Gründen gefragt.
Also scheints mir eigentlich nicht off topic.
Man könnte auch einen neuen Thread aufmachen darüber.
Kommt auf dich an: Wie weit du dich auf eine Diskussion einlassen möchtest.

Ich möchte nur ganz allgemein anmerken, dass ich meistens meine Worte auch bei emotional beladeten Themen sehr sorgfältig wähle.
Sätze, die Bestandteile enthalten wie "Mir scheint", "imho", "mir reicht nicht aus..." etc. spiegeln ausdrücklich meine persönliche meinung wieder und sind keinesfalls als persönlicher Angriff zu sehen.
_________________
Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Merin
ModeratorIn
ModeratorIn



Anmeldedatum: 23.05.2006
Beiträge: 3950
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich fände einen extra Thread dazu auch spannend und trenne einfach frech mal einen ab.

Ich kann aber auch nachvollziehen, wenn die Fee darauf keine Lust hat, in ihrer Position würde ich mich wohl von einigen Äußerungen von Morgan auch angegriffen fühlen. Die Gleichsetzung von Menschlichkeit ung Chauvinismus ist für mich beispielsweise hanebüchen - wie kommst Du darauf, Morgan und was meinst Du damit genau?

Denn auch wenn wir Tiere sind (und da ist ja durchaus auch umstritten ob originär Alles- oder Pflanzenfresser) haben wir eben die Wahl, wie wir uns ernähren. Ich finde, dass man aus dieser Wahl keine Pflicht ableiten kann und ich finde es daher völlig legitim zu sagen: "Mir ist der Schutz von Tierleben ein hohes Gut, so dass ich es über andere Werte stelle." Davon ausgehend kann man dann weiter diskutieren, ob Veganismus in allen Bereichen wirklich dem Tierschutz dient. Wäre es beispielsweise so, dass ein Plasteschuh die Biotope von Tieren viel mehr zerstören würde, als ein Lederschuh - wäre dann der Lederschuh nicht mehr im Sinne des Veganismus?

Und natürlich kann man auch darüber streiten, ob es nicht andere Werte gibt, die ähnlich wichtig sind wie Tierschutz: Pflanzenschutz, Natürnähe, sparsamer Umgang mit Ressourcen, Genuss...
_________________
Du siehst Dinge und fragst: Warum?
Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Morgan
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 26.05.2012
Beiträge: 301
Wohnort: Wo die Nahe nach RLP kommt

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 16:00    Titel: Antworten mit Zitat

Fein.

Zuallererst möchte ich sagen, dass Die gütige Fee und ich noch eine Zeitlang per PN hin- und hergeschrieben und uns voll Akzeptanz angenähert haben.
Böse ist jedenfalls keine der anderen.

Die Aussage "Ich töte keine Tiere, weil ich auch keine Menschen töte" (auch gern genommen und mir von vielen Veganern schon an den Kopf geworfen worden: "Wenn du es okay findest, Tiere zu essen, warum findest du es dann nicht okay, Menschen zu essen!?"), hebt in meinen Augen den Menschen an die Spitze der Schöpfung (oder der Evolution) und nun zieht der Mensch das Tier großzügig auf seine Stufe und je ähnlicher die Spezies der eigenen ist, umso größer ist das Entsetzen, wenn dieser Spezies - aus egal was für Gründen, Leid angetan wird. Chauvinismus bedeutet ja letztlich nichts anderes, als sich, seine Art, sein Geschlecht etc. über andere Individuen zu stellen. Die Identifikation mit Säugetieren fällt den meisten Menschen - auch Fleisch essenden - meist nicht allzuschwer, aber je weiter "hinab" die Leiter geht, umso gedankenloser wird man. Veganer ziehen nun die Grenze dessen, was sie noch als schützenswert im Sinne von "das darf ich nicht töten" und mit gleichen Rechten ausgestattet "wie der Mensch" ansehen, erheblich weiter als viele andere.
Dennoch bleiben zahllose Lebewesen und Spezies, die auch von Veganern getötet werden - sei es, um sie zu essen (wie Pflanzen), sei es, sich seiner Haut zu erwehren (wenn es sich um Mikroorganismen handelt), sei es quasi nebenbei und zwangsläufig, wenn man an die tierischen und pflanzlichen Opfer denkt, die beim ganz normalen Bestellen und Abernten eines Ackers anfallen.
Insofern empfinde ich die Aussage:" An erster Stelle soll das Leben kommen, und zwar das Leben von Menschen UND Tieren" als chauvinistisch.
Mit einer Aussage:"Ich lebe vegan, weil ich Leben so gut es geht erhalten und schützen möchte" könnte ich durchaus etwas anfangen. Die durch die Wendung "so gut es geht" impliziert bereits notwendige Ausnahmen (die beim Veganer eben Pflanzen, beim Omnivoren Pflanzen und Tiere sind) und erzeugt im Gegenüber auch nicht das Gefühl, wegen seines Fleischkonsums als Mörder oder primitiver, spirituell und emotional völlig unterentwickelter Rohling dazustehen.

Ich möchte übrigens keinen zwingen, etwas zu essen, das ihm widerstrebt.
Obwohl ich mir manchmal wünschte, ich hätte die Macht dazu, diejenigen zu zwingen, die glauben, ein Huhn bestehe nur aus Brust und Keule und ein Rind nur aus Steak und Hack! Dann müsste nicht 45% des essbaren Anteils eines Schlachtrindes weggeworfen werden, bevor er überhaupt in der Kühltheke landet, weil heutzutage kaum jemand weiß, dass man Kutteln, Leber, Beinscheibe etc. durchaus essen kann - und es nicht mal probieren will! (mein Mann sagt zu unserem kleinen Sohn oft, wenn der die Nase bei Tisch rümpft:"Essen ist NIE igitt - es sei, es ist verdorben!" Beim Kurzen sind es übrigens fast alle Gemüsesorten, die igitt sind. Er hat aber keine Wahl, Fleisch gibts nun mal nur am Wochenende!)

Dein Beispiel mit dem Lederschuh, Merin, gefällt mir übrigens ausgesprochen gut!

Die gütige Fee und ich haben übrigens beide festgestellt, dass wir beide oft von Menschen angegriffen werden, die unsere Lebensweisen zwar kritisieren, aber weder ernsthaft an einer Diskussion interessiert sind, noch jemals über die Gründe ihrer eigenen Lebensweise nachgedacht haben! Sie von Fleischessern, ich von Vegetariern oder auch gerne mal von Leuten, die nicht verstehen, warum ich versuche Kunststoff so gut es geht zu vermeiden.
Dabei finde ich es äußerst spannend, mich mit Leuten zu unterhalten, die nicht meiner Meinung sind - es ermuntert mich zum Denken, Geist und Sprache zu schulen und auch mal einen anderen Weg zu beleuchten und vielleicht sogar ein Stück weit zu gehen.
Es ist schade, dass sich so wenige Menschen auf das Abenteuer Leben einlassen und ich hoffe, dass Die gütige Fee sich nun traut, mit uns zu diskutieren und uns einen Blick auf ihre Welt zu schenken Smile
_________________
Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Die gütige Fee
NaturfreundIn
NaturfreundIn



Anmeldedatum: 15.07.2012
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 18:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zunächst möchte ich Morgan zustimmen, wir hatten eine sehr aufschlussreiche und anregende Unterhaltung via PM, in der einige Missverständnisse und Dinge, die uns aufgestoßen sind, zurecht gerückt und geklärt werden konnten.

Ich traue mich definitiv, hier zu diskutieren, ich habe nur keine Lust auf die leider wirklich sehr typischen "Wir kritisieren jetzt alle die Veganerin und suchen das Haar in der Suppe." Allerdings glaube ich auch nicht, dass es in diesem Forum dazu kommen wird.

Zunächst ist es ja wirklich wichtig, zu sagen, dass es beim Veganismus darum geht, vermeidbares Leid zu vermeiden. Wenn ich versehentlich auf eine Ameise trete, ist dies zwar schrecklich, aber häufig im Alltag leider nicht vermeidbar.

Die Schuhtheorie finde ich sehr interessant und je nach Form der Herstellung oft bestimmt zutreffend, ich würde jedoch trotzdem kein Leder tragen. Das hat zwei Gründe:

Der erste ist die Vorstellung, tote Haut zu tragen, die mich anekelt.

Der zweite ist Konsequenz. Wenn ich nicht konsequent alle tierischen Produkte meide, kann niemand mein Handeln mehr nachvollziehen. Im Alltag ist es mir oft schon passiert, dass ich mit jemandem über Veganismus gesprochen habe und einige Zeit später sind diese Leute dann zu mir gekommen und haben gesagt, dass sie seitdem über ihren Konsum viel genauer nachdenken. Einige haben sich sogar dazu entschieden, selbst vegan zu leben, oder gewisse Produkte nicht mehr oder weniger zu konsumieren. Das liegt zum Teil auch daran, dass sie sehen, "Es ist möglich und wenn jemand es schafft, komplett vegan zu leben, kann ich vielleicht auch einen Schritt in diese Richtung tun".
Würde ich jetzt jedoch Lederschuhe tragen, wäre diese Absolutheit weg und viele, die sich nie mit dem Thema auseinander gesetzt haben, würden mich und meine Entscheidung nicht mehr ernst nehmen.

Ich käme mir dann vor, wie die so genannten Vegetarier, die Weingummi mit Gelatine essen und so würde ich auch von der Außenwelt wahrgenommen werden. Wenn ich eine Message rüber bringen möchte, muss ich sie leben.
_________________
Don't blow it- other planets are hard to find!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Merin
ModeratorIn
ModeratorIn



Anmeldedatum: 23.05.2006
Beiträge: 3950
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 19:24    Titel: Antworten mit Zitat

Danke ihr beiden, ich verstehe jetzt besser. Ich bin vom Veganismus sehr angetan und habe auch versucht, vegan zu leben. Ich bin davon abgekommen, weil es für mich so viel Verzicht bedeutete, dass ich es kaum umsetzen konnte. Denn mein zweiter Grundsatz ist, so natürlich wie möglich zu essen und natürlich und vegan geht schwer. Allein die Frage, was man aufs Brot macht: Öl? Habe ich vesucht. Auch ohne Streichfett habe ich probiert - aber Brot mit Gurke ohne was war für mich öde. Ich bin dann zu midnestens einem veganen Gericht pro Woche übergegangen - aktuell gibt es nicht mal mehr das, weil mein Mann da nicht so mitzieht. Als Gourmet gibt es da kaum Gerichte, die ihn überzeugen. Insofern wäre ich dankbar für Alltagsanregungen: was kann man essen ohne auf Ersatzprodukte zurückgreifen zu müssen?
Ersatzprodukte sind für mich echt bis auf wenige Ausnahmen (ich liebe Tofuwürste) ein no go: Wieso sollte ich etwas mit Huhnaroma essen, wenn ich kein Huhn essen mag? Ich hab ja hier den ersten veganen Supermarkt Deutschlands in der Nähe und da gibt es wirklich sowas wie ein "Fleischregal" mit veganem Huhn, Rind, Hack... Shocked
Wie machst Du das, Fee?

Nun bin ich total neugierig auf Eure Auseinandersetzung. Aber sie soll Euer bleiben!
_________________
Du siehst Dinge und fragst: Warum?
Doch ich träume von Dingen und sage: Warum nicht?
George Bernhard Shaw
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden
Morgan
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 26.05.2012
Beiträge: 301
Wohnort: Wo die Nahe nach RLP kommt

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

Die gütige Fee hat Folgendes geschrieben:


Zunächst ist es ja wirklich wichtig, zu sagen, dass es beim Veganismus darum geht, vermeidbares Leid zu vermeiden.

Schön gesagt - ich denke, wer sich bei dieser Formulierung noch auf den Schlips getreten fühlt, dürfte ein ernsthaftes problem mit der Wahrnehmung haben Wink

... ich würde jedoch trotzdem kein Leder tragen. Das hat zwei Gründe:

Der erste ist die Vorstellung, tote Haut zu tragen, die mich anekelt.

Diesen Grund kann ich absolut nachvollziehen. Ich trage zB keinen Schmuck mit Totenköpfen, weil mich das gruselt.

Der zweite ist Konsequenz. Wenn ich nicht konsequent alle tierischen Produkte meide, kann niemand mein Handeln mehr nachvollziehen.

Zumindest wärst du dann kein Veganer mehr, könntest aber trotzdem eine achtende Haltung dem Leben gegenüber haben.

... dass sie sehen, "Es ist möglich und wenn jemand es schafft, komplett vegan zu leben, kann ich vielleicht auch einen Schritt in diese Richtung tun".

Diesen Denkansatz kann ich absolut nachvollziehen. Ein Ideal ist nicht erreichbar, aber man kommt ihm näher, wenn man die größtmögliche Annäherung versucht, als sich von vornherein mit dem zufrieden zu geben, was machbar scheint. das ist dann unter Umständen nämlich sehr viel weniger als tatsächlich machbar ist!

Würde ich jetzt jedoch Lederschuhe tragen, wäre diese Absolutheit weg und viele, die sich nie mit dem Thema auseinander gesetzt haben, würden mich und meine Entscheidung nicht mehr ernst nehmen.

(...)
Wenn ich eine Message rüber bringen möchte, muss ich sie leben

Es ist möglich, dass gerade dieser Absolutheitsanspruch Leute in die Defensive drängt. Außerdem finde ich, du solltest dir nicht so viele Gedanken drüber machen, was die Leute über dich denken. Wenn du so weiterlebst, wie du es tust, wird es immer welche geben, die dich für einen Spinner halten, das musst du eben aushalten. Und wenn du weniger konsequent wirst, läufst du Gefahr, bei anderen Leuten als eine Umfallerin zu gelten, die man genau deshalb nicht ernst nehmen muss. Das müsstest du dann ebenfalls aushalten.
Wichtig ist, was DU von dir denkst.
.

_________________
Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Morgan
UtopistIn
UtopistIn



Anmeldedatum: 26.05.2012
Beiträge: 301
Wohnort: Wo die Nahe nach RLP kommt

BeitragVerfasst am: 26 Jul 2012 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

@ Merin:

Mir geht es da ähnlich wie dir: Natürlich UND vegan ist schwer - ich versteig mich mal sogar auf unmöglich.
Man könnte mir jetzt sagen: Mein Gott, dann trägt sie halt Kunstlederschuhe und schluckt Vitamin B12-Tabletten - sie hat eh keine Schilddrüse mehr und muss jeden Tag künstliche Hormone nehmen und Plastik vermeiden will sie auch, aber am Computer sitzt sie trotzdem und ihre Brillengläser wollte sie auch aus Kunststoff und nicht aus geschliffenen Flaschenböden! Also was soll das Gezicke und das Genöle von wegen vegan ist nicht natürlich!
Aber genau da bin ich dann wieder auf Fees Schiene: Ihr Vorsatz ist, vegan zu kleben, meiner ist, soweit es geht auf alles mögliche, das ich als unnatürlich empfinde (Kunststoffe, Aromastoffe, die ganzen "gepimpten" Lebensmittel etc.) zu verzichten. und nur, weil es nicht möglich ist, ALLES zu machen, heißt es noch lange nicht, dass ich GAR NICHTS mache. manchmal kreuzen sich unsere Wege, manchmal laufen sie auseinander.

Ähnlich wie Fee stoße ich täglich an meine Grenzen (auch wenn sie bei mir anders aussehen) und ich bin überzeugt, dir gehts genauso.

Was die Ersatzprodukte angeht, da sehe ich das so wie du, Merin. Ich denke aber, dass solche Produkte zumindest für den Anfang Krücken sind für Leute, die die Sache mit dem Veganismus durchziehen wollen und sich mehr Gedanken um die Tiere als um die Qualität ihrer Nahrung machen. Ich denke, mit zunehmendem Wissensstand, was industriell hochaufbereitete Nahrung mit uns macht, wird sich das geben.

Ich koche ja überwiegend vegetarisch und aus Kaloriengründen kann ich da auch nicht jedes mal Eier oder Käse reinknallen. Letztendlich sind es sehr oft vegane Gerichte, obwohl ich das im Alltag nicht so wahrnehme.
Wenn es gewünscht ist, stelle ich gerne ein paar Rezeptvorschläge ein, die mir gut geschmeckt haben.
_________________
Ehe du dich daran machst, die Welt zu retten, gehe erst drei Mal durch dein eigenes Haus (chin. Sprichwort)
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieses Benutzers besuchen
Die gütige Fee
NaturfreundIn
NaturfreundIn



Anmeldedatum: 15.07.2012
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 27 Jul 2012 8:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt: Man kann nicht alles machen. Das geht schlichtweg nicht. Dann verliert man sich in einem Kreislauf aus "ich darf nicht, ich darf nicht, ich darf nicht" und dabei verliert man jegliche Lebenslust. Es funktioniert einfach besser, wenn sich jede*r seine eigene kleine Nische sucht und das habe ich getan. Bei mir sind es Veganismus und Politik, bei Morgan die Vermeidung von Plastik, bei jemand anderem vielleicht der Klimaschutz.

Ich brauche kein Vitamin B 12 als Tabletten, ich trinke nur ab und zu Baby-Eisensaft, aber nicht aus wirklichem Mangel, sondern zur Vorbeugung nach dem Rat meiner Ärztin.

@Merin: Wenn dein Mann nicht mitzieht, ist das wirklich schwer, denke ich! Meine Familie war auch erst total dagegen, jetztmittlerweile sorgt meine Mum dafür, dass für mich immer etwas Essbares im Haus ist, aber begeistert ist sie nicht.

Ich persönlich esse einige Ersatzprodukte, allerdings sind das solche, die nicht nach Fleisch schmecken. Sie heißen zwar "Würstchen", "Frikadelle" etc, schmecken jedoch nicht danach. Den Geschmack von Fleisch fand ich nämlich schon immer ekelig. Ich glaube auch, dass meine Rezepte nicht für euch geeignet wären, Merin, ernährst du dich nicht vollwertig?
_________________
Don't blow it- other planets are hard to find!
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    kräuterkommune.de Foren-Übersicht -> Lebensalternativen Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.



Impressum


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group
Synapse Design by Matt Fonda