Wolle färben ohne Filzen

 
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Merin
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BeitragVerfasst am: 23 Dez 2006 22:47    Titel: Wolle färben ohne Filzen Antworten mit Zitat

Mein e stes Experiment hat ja leider in einem Filzwust geendet. Damit mir das zukünftig nicht mehr passiert und ihr auch gleich Bescheid wisst: Sammeln wir doch heir mal, was man meiden sollte, damit die Wolle nicht filzt.

Ich weiß schon: Keine abrupten Temperaturunterschiede, kein Reiben der Wolle aneinander.

Ist die Filzgefahr beim Färben der Wolle im Strang geringer?
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Jana
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BeitragVerfasst am: 07 Jan 2007 9:36    Titel: Verfilztes vermeiden Antworten mit Zitat

Liebe Merin,

sicher kann man das Anfilzen der Wolle beim Färben eindämmen. Keine großen Temperaturunterschiede, nicht stark in der Färbeflotte bewegen - das hast Du ja schon geschrieben. Im Kardenband färbe ich nur etwas gröbere Wolle auf pflanzliche Art und Weise, z. B. Holländische Wolle im Band von Wollknoll, nachdem meine feine Australmerino verfilzt war. Confused Strangwolle färbe ich am liebsten, sie verfilzt kaum.

Die Kaltbeize, die Karin Tegeler anbietet, möchte ich demnächst mal ausprobieren. Damit entfällt nämlich schon eine Belastung der Wolle durch das Beizen bei hohen Temperaturen. Scheint mir eine gute Alternative zu sein - habe selbst jedoch noch keine Erfahrungen damit.

Liebe Grüße

Jana
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Merin
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BeitragVerfasst am: 07 Jan 2007 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit dem Färben von Strängen ist ein guter Hiwneis, danke!

Ansonsten weiß ich bereits, dass bereits das Einlegen von Wolle ins heiße Farb- oder Beizbad zum Filzen führen kann. Also die Wolle immer bei Zimmertemperatur einlegen und langsa erhitzen. NAchd em Beizen oder Färben wieder langsam abkühlen lassen (am besten über Nacht).
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Karin Tegeler
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BeitragVerfasst am: 08 Jan 2007 10:30    Titel: Wolle soll beim Färben nicht filzen Antworten mit Zitat

Hallo,
was Ihr hier alles geschrieben habt, sehe ich auch so. Meine Standardwolle, die ich färbe und mit der ich anschließend filze (übrigens auch Nunofilz!) ist die sogenannte Alpenwolle im Kammzug. Unter diesem Begriff verbergen sich untershiedliche Wollqualitäten, z.B. Landmerino, Wolle von Kreuzungen aus Bergschaf und Landmerino u.a. Diese Qualitäten haben ca. 23 mic, wie man das nennt. Diese Bezeichnung sagt Dir, wie dick die Fasern sind. Merino extrafein hat z.B. 19 mic.
Also wenn man die 23 mic - Wolle im Kammzug vermeidet zu kochen, ziehen die Stränge sich zwar beim Färbeprozeß etwas zusammen ( Du ziehst sie ja auch natürlich naß aus der Färbebrühe und aus dem Spülwasser), aber sie läßt sich anschließend sehr gut weiter verarbeiten. Zum Spinnen oder Auslegen beim Filzen muß man sie halt etwas auseinander zupfen. Ich sehe aber in meinen Kursen, dass das niemandem schwer fällt. Nach dem Färben spüle ich die Wolle übrigens nur 2 Mal kurz mit klarem Wasser durch, mehr braucht es nicht, denn beim Filzen gehen wir ja sowieso mit Wasser und Seife dran. Da läuft dann zwar noch etwas überflüssiger Farbstoff ab, der sich nicht an die Fasern geheftet hat, aber das färbt kaum ab.
Je weniger man die Wpolle überhaupt erhitzt, desto besser ist es für die Wolle, deswegen verwende ich ja auch nur noch die Kaltbeize. In der Indigoküpe z.B. färbt man ja nur bei 55° (ganz ungebeizt) und mit Krapp kann man gebeizte Wolle auch bei 55° färben. Mit Walnußschalen kann man sogar kalt färben. Deswegen habe ich diese Farben schon oft auf Kammzüge aus Merino-extrafein, also 19 mic gefärbt. Das ist die feinste Wollqualität, die es im Handel gibt.
Es gibt übrigens ein Rezept von J.Harborth, wie man aus Alaun Kaltbeize machen kann, denn ich möchte auch sparsam arbeiten und wer noch Alaun hat, kann es auf diese Weise noch verarbeiten.
Liebe Grüße
Karin
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Merin
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BeitragVerfasst am: 08 Jan 2007 15:38    Titel: Antworten mit Zitat

Dieses Rezept klingt sehr interessant. Wo kann ich es bekommen? Oder kannst du es verraten?
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Karin Tegeler
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BeitragVerfasst am: 09 Jan 2007 10:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Merin,
ja, mach ich, vielleicht heute Abend.
Liebe Grüße
Karin
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Anemone76
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BeitragVerfasst am: 29 März 2007 17:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich habe heute in einer Filzfabrik je 1kg graue und weiße Filzwolle gekauft. Die hatten nur die 2 Farben, denn wenn die färben dann machen die gleich die normalen Filzplatten.

So, habe die dann gefragt ob ich den selber färben könnte und die meinte ja ist kein Problem.
Ich habe allerdings noch nie gefärbt und auch keine Erfahrung damit.

Der Filz ist auch nicht im Strang sodern der ist ca. 40cm breit und dann eben 1kg lang

Falls es zu kompliziert sein sollte es zu erklären, vielleicht gibt es ja auch gute unkomplizierte Literatur in der es erklärt wird. Und ich würde gerne mit Pflanzen färben, da sollte auch was drüber drin stehen.

Vielen Dank schon mal.

Lg Mel
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Karin Tegeler
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BeitragVerfasst am: 29 März 2007 19:26    Titel: Grundsätzliches zum Färben mit Naturmaterial Antworten mit Zitat

Hallo Mel
zum Färben mit Naturfarben braucht man wirklich einige Kenntnisse. Deswegen empfehle ich Dir unbedingt bevor Du anfängst, ein Buch zu kaufen. In der Bücherliste unseres Forums stehen ja schon einige.
Grundsätzliches kann ich Dir aber hier schon in aller Kürze aufschreiben, dann weißt Du wenigstens worauf Du Dich da einlässt.
Die Farbstoffe, mit denen wir es hier meist zu tun haben sind sog. Beizenfarbstoffe. Beizen ist also die Vorbereitung der Wolle (Kammzug, Garn, Filz oder Stoff) damit sie die Farbstoffe überhaupt haltbar aufnimmt. Ich beize mit einer Kaltbeize, um die Wollfasern zu schonen, üblich ist aber leider immer noch, die Wolle 1 Stunde!!! Mit Alaun zu kochen.
Also nach dem Beizen wird die Wolle in klarem Wasser gespült.
In der Zwischenzeit kocht man das Färbematerial (Pflanzen oder Pilze) 1-3 Stunden aus und siebt das Material ab, damit nur der klare farbige Sud übrig bleibt. Den schütten wir wieder in den Topf und füllen mit klarem Wasser auf. Man braucht um 100 g Wolle zu färben 5 Liter Färbebrühe. Die Wolle muss locker im Bad schwimmen können, also für 1 kg Wolle brauchst Du einen Kessel von 40 – 50 Litern Inhalt. Die Farbintensität richtet sich nicht nach der Menge der Flüssigkeit (Wasser) sondern nur nach der Menge des Farbstoffs der darin enthalten ist.
Nun legst Du die Wolle in Dein warmes Farbbad, treibst langsam bis zu 90° hoch (höchstens 95°!) und lässt sie ca. 1 Stunde auf dieser Temperatur simmern. Gelegentlich sehr vorsichtig, damit nichts verfilzt, umrühren. Nach dieser Stunde nimmst Du die Wolle heraus und lässt sie von alleine abkühlen oder Du lässt sie im Farbbad auskühlen. Die kalte Wolle wird dann gespült oder sogar gewaschen, dann in einem Essigbad die Farbe fixieren, dabei verschwindet auch der Kalkschleier des Leitungswassers und die Farben werden schöner. Meist ist noch Farbstoff in der Brühe drin, so dass Du nochmals Wolle einlegen kannst und färben. Dieses Nachbad bringt dann schwächere Farbtöne hervor.
Getrocknet wird die Wolle ausgebreitet auf einem Handtuch, in den meisten Fällen ohne direkte Sonnebestrahlung. Garn kann man natürlich aufhängen, Filz auch. Wenn man Filz färbt kann es sein, dass der Filz während des Färbeprozesses noch weiter schrumpft.

Es gibt bei diesem ganzen Prozess eine Menge zu beachten, das lernt man in einem Kurs oder aus Büchern oder aus eigener Erfahrung. Letzteres ist am teuersten und oft sehr enttäuschend!
Ansonsten macht das Färben einen Riesenspaß, ich färbe schon täglich seitdem es draußen Sonnenschein bei uns gibt auf der Terrasse. In einem Elektrotopf mit Thermostat und mit einem beheizbaren, transportablen Kessel, der zu befeuern ist!
Liebe Grüße
Karin
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Anemone76
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BeitragVerfasst am: 29 März 2007 20:03    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Karin!

Danke für deine tolle Ausführung, aber ich glaube mir ist das zu kompliziert.

Habe deine HP schon angeschaut. Verkaufst du deine gefärbte Wolle oder verwetest du die selber?
Wenn Fehmarn nicht so weit weg wäre, würde ich doch glatt mal bei einem deiner Kurse teilnehmen, weil es mich schon intressieren würde wie das ganze funktioniert.
Naja vielleicht laß ich mir das mal zum Geburtstag schenken.

Ich denke das ich in nächster Zeit 2 graue Taschen mit weißer Verzierung machen werde, oder ich verkaufe wieder etwas davon.

Lg Mel
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BeitragVerfasst am: 29 März 2007 20:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mel,

erstmal herzlich willkommen hier! (Wenn du magst stell dich doch unter "Wer ist wer?" noch vor.) Wenn du wirklich nur diese zwei kg Wolle färben willst, dann bist du möglicherweise mit Ostereierfarben oder so etwas erstmal besser bedient. Färben mit Naturfarben ist wohl eher etwas, das man sich für den längeren Gebrauch aneignet. Aber wenn du ohnehin viel Filzen magst - warum nicht auch Färben?
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BeitragVerfasst am: 30 März 2007 12:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich glaube das ich die Wolle so verarbeite wie ich sie habe, das mit dem Färben scheint ja doch etwas komplizierter zu sein.

Werde mich gleich noch vorstellen.

Lg Mel
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Karin Tegeler
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BeitragVerfasst am: 30 März 2007 13:08    Titel: Grundsätzliches zum Färben mit Naturfarben Antworten mit Zitat

Hallo Mel,
gestern Abend habe ich etwas ganz entscheidendes vergessen! Nämlich warum mache ich überhaupt diese Arbeit? Weil ich unvergleichliche Farbtöne auf Wolle und Seide bekomme. Farbtöne, die die Industrie nicht herstellen kann! Weil alle Farbtöne immer zusammen passen wie in einem Blumenbeet, wo es auch viele grüns gibt und kein Ton "beißt" sich mit anderen. Natürlich kannst Du auch alle anderen Farbtöne miteinander kombinieren! In der natur passt alles zusammen! Weil die Farben zwar leuchtend und kräftig sind, aber nie hart und schrill.

Deswegen mache ich mir diese Mühe. Wenn ich schon selbst filze, dann solls auch mit den besten Farben sein, nicht mit den zweitbesten! Very Happy
Liebe Grüße
Karin
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