Alraune (Mandragora officinarum)

 
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Mandragora
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BeitragVerfasst am: 09 Jan 2007 14:28    Titel: Alraune (Mandragora officinarum) Antworten mit Zitat

Die Alraune gehört zu den bekanntesten Zauberpflanzen überhaupt.
Sie wird oft auch liebevoll "Erdmännchen" genannt, da ihre Wurzel die Form eines kleinen Männchens hat. Die Alraune gehört zu den Nachtschattengewächsen und ist nicht nur streng geschützt sondern auch noch hoch giftig.
Ihre Verbreitung ist der Mittelmeerraum.

Interessant finde ich ihre Geschichte, die ich hier mitteilen möchte:

Schon Hildegard von Bingen berichtete über die Alraune. Sie war der Meinung das sie aus der gleichen Erde erschaffen wurde, die auch Adam die Gestalt gab und deshalb dem Menschen ähnelte. Sie fürchtete jedoch der Teufel hätte mehr Einfluß auf diese Pflanze, als es bei anderen Pflanzen der Fall wäre, eben weil sie eine menschliche Gestalt aufwies.

Auf mittelalterlichen Märkten wurde die getrocknete Alraun Wurzel zum Kauf angeboten. Aus Ihrer Wurzel wurden auch kleine Männlein geschnitzt. Die echte Alraune galt als sehr kostbar, darum war natürlich die Zahl der Fälschungen sehr hoch. Meist wurden die gefälschten Männlein aus Zwiebeln von Siegwurz und Allermannsharnisch hergestellt. Die Strafen waren allerdings sehr hoch, wurde ein Verkäufer mit gefälschten Alraunmännlein ertappt wurde er gehängt.

Ab 1611 wurde nicht nur die Fälschung mit hohen Strafen belegt, sondern auch diejenigen verfolgt, die eine echte Alraune zuhause hatten oder an Alraunen glaubten.

Die Alraune wurde gerne dem "Liebestrank" beigegeben und es hieß, wenn eine Frau einen männlichen Alraun mit sich trägt, so könne Sie bald schwanger werden. Auch gegen Schwermut sollte die Pflanze gute Dienste leisten, dazu legte man sie beim Schlafen neben das Kissen.

Ein weiterer Glaube war, daß der Träger einer Alraunwurzel gegen Stich-, und Einschusswunden geschützt sei, und das er sich im Notfall unsichtbar machen könne. Auch würde die Alraune verborgene Schätze zeigen, das Geld vermehren und vor allen Krankheiten schützen.

Wollte sich jemand eine Alraune "pflücken" so hatte er im Umgang mit dieser mächtigen Zauberpflanze so manches zu beachten.
Die Regeln dazu lauteten wie folgt:

1. Man sollte um die Wurzel herum die Erde aufgraben.
2. Nun bindet man mit einem Seil einen Hund an die Pflanze.
3. um dann den Hund zu rufen.
4. wenn dann der Hund kommt, zieht er dabei die Pflanze
aus dem Boden - und stirbt.
5. Da nun die Gefahr gebannt ist, kann der ehemalige
Hundebesitzer die Pflanze an sich nehmen ohne das eine
weitere Gefahr droht.

Man vermutete das das Alraunmännlein beim herausziehen aus der
Erde einen Schrei ausstoßen würde, welcher für den Tod des Hundes
verantwortlich sei. Deshalb müßte man sich vor dem Ausgraben die Ohren verstopfen.

In manchen Schriften findet man auch den Hinweis auf einen Alraunwurzeltee. Der beruhigen soll.
Wovon ich hier tunlichst abraten möchte. Ich bin mir sicher das bei
dieser hochgiftigen Pflanze die erste Einnahme vielleicht auch die letzte sein wird.

Ich hoffe ich konnte mit diesem Beitrag ein wenig Licht ins Dunkel bringen

Seid lieb gegrüßt
Mandragora
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sausebraus333
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BeitragVerfasst am: 06 Apr 2007 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

hans Heinz ewers hat ein Buch, bzw. eine Trilogie, mit dem titel "Alraune" geschrieben. In seinem Buch geht er auch auf vielerlei Mythen rund um die Alraune ein.
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Vanea
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BeitragVerfasst am: 22 Sep 2007 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Die Alraune (Mandragora officinarum)



Pflanzenfamilie: Solanaceae (Nachtschattengewächse) !!! Achtung Giftig!!!


Andere Bezeichnungen: Alraunmännchen, Satansapfel, Galgenmännchen, Zauberwurzel, Dollwurz, Springwurz, Wurzelknecht


Pflanzenbeschreibung: Die Alraunen gehören zu den mehrjährigen Pflanzen. Oberirdische Pflanzenteile sind die Blattrosette, und die Früchte (Beeren gelb bis orange). Die Wurzel ist knollenartig, verdickt und bildet Seitenwurzeln.


Blütenfarbe: Weiß, Violett oder Gelb bis purpurn.


Verwendung: Als Heil- und Ritualpflanze


Verwendete Pflanzenteile: Wurzel



Wirkung: beruhigend, abführend und schmerztötend , reizt zum Erbrechen, Narkotikun und Betäubungsmittel


Symbolgehalt: Empfängnis, Fruchtbarkeit und die „Grosse Mutter“, in Samt und Seide gebettet soll die Alraune zu Glück, Reichtum und Liebe verhelfen.


Götterzuordnung: Aphrodite, diese trug den Beiname Mandragoritis


Der Name der Alraune leitet sich ab von ahd (Alp) und runen (leise sprechen, heimlich flüstern) oder auch runa, run (Geheimnis, Rune). Benannt wurde die Pflanze von Grimm nach einer altgermanischen Seherin „ Alruna“.


Im Mittelalter war die Alraune berühmt berüchtigt als Zauberpflanze, Aphrodisiakum. Aus Wurzelstücken fertigte man im Mittelalter Amulette, die dem Träger Reichtum und Erfolg bescheren sollten.
Die bizarre, „menschliche“ Form hat ihr weltweit den Ruf magischer Kräfte eingebracht. Ihre berauschenden und Halluzinationen hervorrufenden Eigenschaften setzte man im Altertum und im Mittelalter für Hexenkünste und Beschwörungsrituale ein.
Es galt als tödlich, die Alraunenwurzel aus der Erde zu ziehen, da die Wurzel beim Herausziehen einen todbringenden Schrei ausstoße.
Heute gibt es einige Überlieferungen, wie man damals die Alraunenwurzel erntete.


Die bekannteste dürfte diese sein:


Man bindet einen Hund an einen Strick, der an der Alraune befestigt ist, und lockt dann den Hund mit einem Stück Fleisch weg. Dabei zieht der Hund die Wurzel aus dem Boden, die Alraune schreit und der Hund fällt tot um. Man selbst hält sich die Ohren zu oder verstopft sie mit etwas wie Watte.


Dann existiert auch noch diese:


Bei der Ernte der Alraune sollte diese dreimal mit dem Schwert umkreist werden. Dann sollte man das Gesicht nach Westen wenden und die Alraune ausgraben. Während dieser Prozedur musste ein anderer im Kreis tanzen und die Liebeskraft besingen.




(c) Aneve
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