Phytotherapie für Tiere

 
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lalune
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BeitragVerfasst am: 06 Jun 2006 11:54    Titel: Phytotherapie für Tiere Antworten mit Zitat

Da ich darum gebeten wurde und zudem auch noch sehr gerne darüber schreibe, gibt’s hier von mir zunächst ein paar allgemeine Worte zum Thema Phytotherapie für Tiere. Ich muss allerdings vorweg sagen, dass ich keine Expertin bin (THP Studium in Planung), sondern hier nur meine persönliche Meinung wiedergebe, die aus eigenen Erfahrungen mit meinen Tieren und angelesenem Wissen resultiert. Dann mal los…

Alle Tiere, die in der freien Natur leben, suchen sich instinktiv die Heilpflanzen, die sie gerade brauchen. Ursprünglich hat man sogar durch Beobachtung von kranken Tieren bestimmte Heilkräuter und deren Wirkung ermittelt.

Unseren Haustieren, so natürlich man sie auch versucht zu halten, bleibt diese Möglichkeit der Selbsthilfe verwehrt, da man den meisten Tieren eben nur annähernd ihren natürlichen Lebensraum bieten kann. Daher sehe ich es als Tierbesitzer als meine Pflicht an, den Bedarf meiner Tiere ergänzend zum „normalen“ Futter mit Kräutern zu decken, um sie optimal zu versorgen und in besonderen Fällen, wie z.B. Fellwechsel, natürlich zu unterstützen, wie sie es selber auch tun würden, wenn sie denn die Option hätten. Ich rede hier natürlich von Pflanzenfressern – Pferd und Kaninchen – die zusätzlich angebotene Kräuter gerne annehmen. Für Katzen und Hunde z.B. ist die Phytotherapie weniger geeignet.

Bei akuten oder chronischen Erkrankungen, die natürlich trotz bestmöglicher Vorsorge auftreten können, kann die Phytotherapie Wunder wirken. Grundsätzlich gilt aber: Nur ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker kann eine Diagnose stellen. Ohne Diagnose kann und darf nicht in Eigenregie mit Kräutern behandelt werden, eben weil diese eine nicht zu verachtende Wirkung haben. Steht die Diagnose fest können anhand des Krankheitsbildes am besten in Abstimmung mit dem THP oder TA, die Kräuter ausgewählt werden. Auch ergänzend zu einer schulmedizinischen Behandlung, die ebenso unverzichtbar ist wie eine naturheilkundliche, können Heilkräuter zur Unterstützung eingesetzt werden.

Wer übrigens meint, mit einer alternativen Behandlung mit Kräutern könne man Geld sparen, irrt sich gewaltig. Nach meiner Erfahrung läppern sich durch den Einkauf von Heilkräutern, ebenso viele Beträge zu einer großen Summe zusammen, wie auf einer Tierarztrechnung. Um Geld zu sparen mache ich es jedenfalls nicht, sondern eher, weil ich immer nach der natürlichsten Lösung suche – sofern das Krankheitsbild dies zulässt und eben nicht zwingend eine schulmedizinische Behandlung erfordert.

Natürlich kann man auch Kräuter frisch sammeln, wenn die dazu passende Krankheit in der richtigen Jahreszeit auftaucht (oder vorsorglich sammeln und trocknen), aber das wiederum erfordert sehr gute Kenntnisse über die Pflanzen und kostet jede Menge Zeit. Ich sammle sehr wenig frisch und wenn, dann nur die Pflanzen, die ich 100%ig ohne Zweifel (er)kenne.

Zum guten Abschluss noch ein paar Erfahrungen:
Meine Stute hat chronischen Husten. Keine Dämpfigkeit und längst nicht so schlimm, dass sie nasses statt trockenes Heu bekommen muss oder nicht auf Stroh stehen darf, aber die Lunge ist halt immer ein wenig belegt. Früher habe ich sie regelmäßig abhören lassen und meist Medikamente vom TA bekommen, die den Husten lösen (ca. 2x im Jahr). Nachdem ich angefangen hatte sehr viel über die Phytotherapie für Pferde zu lesen, habe ich angefangen hin und wieder mal eine Kräuterkur mit einer Mischung verschiedenster Hustenkräuter zu machen. Seitdem lasse ich sie immer noch regelmäßig abhören, aber der TA ist bestens zufrieden und ich bekomme immer zu hören: „Für ihre Verhältnisse hört sie sich sehr gut an“. Sicherlich wird das zusätzlich durch die Akupunktur, die sie regelmäßig bekommt beeinflusst (häufig läuft ihr gleich nach der Behandlung die Nase), aber darüber berichte ich ein anderes Mal.

Interessant ist außerdem, dass viele Pferde ihren Instinkt nicht verloren zu haben scheinen. Wer mit seinem Pferd an der Hand mal grasen geht, sollte ganz genau darauf achten, was es sich einverleibt. Sie scheinen immer noch ganz genau zu wissen, was sie brauchen, so habe ich es erlebt. Ganz besonders finde ich meine Beobachtungen beim Zufüttern von Knoblauch. Meine Stute findet ihn scheinbar nicht so lecker und frisst ihn nur mit, wenn sie ihn braucht. Ich habe schon mal versucht ihr welchen als Insektenschutz unterzujubeln, aber da wird das Futter kompromisslos liegen gelassen. Ganz anders, wenn sie eine z.B. eine. Entzündung im Körper hat, dann frisst sie ihn tapfer mit…sehr bemerkenswert wie ich finde. Das bedeutet natürlich keineswegs, dass man Heilpflanzen nach Lust und Laune zufüttern und davon ausgehen kann, dass das Tier schon entscheidet, ob das richtig oder falsch ist. Diese Schlussfolgerung wäre nicht richtig – Heilkräuter müssen sorgfältig nach Diagnose ausgewählt werden!
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kraut_ruebe
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Beiträge: 41
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BeitragVerfasst am: 29 Dez 2006 20:43    Titel: Antworten mit Zitat

Auch für Hunde und Katzen sind Kräuter eine gute Behandlung und auch Nahrungsergänzung.

Vorsicht und umfassendes Wissen ist bei der Dosierung zwar unbedingt geboten, aber sinnvoll ist es.

Kräuter-Futterzusätze fertig gemischt gibt es zB bei Grau (www.spezialtiernahrung.at bzw. www.grau-gmbh.de).
Unterstützung im Krankheitsfall - nach Absprache mit dem Tierarzt oder Tierheilpraktiker (wo erlaubt) - zB nach Wolfgang Becvar halte ich persönlich für gut.

Knoblauch (in Fertigpräparaten) kann als Parasitenvorbeugung auch verabreicht werden - meine Katzen haben die Tabletten ohne Schwierigkeiten angenommen. Allerdings helfen Hefe-Tabletten bei uns besser.
_________________
Ich träumte, das Leben sei ein Paradies.
Ich erwachte und siehe, das Leben war Arbeit.
Ich tat diese Arbeit und siehe, das Leben war ein Paradies. (Seneca)
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