Vegetarier vielleicht hier?
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Morgan
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BeitragVerfasst am: 30 Mai 2012 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

Gut, ich hol das hier mal wieder hervor, weil wir (Mann, Kind und ich) etwa 2x die Woche Fleisch essen (kein konventionell erzeugtes), meine Schwiegermutter aber seit vielen Jahren Vegetarierin ist.
Leider ist ihr einziges Argument aber nur, dass ihr die Tiere Leid tun. Was sonst auf ihrem Teller landet, wieviel Zusatzstoffe da drin sind, unter welchen Bedingungen ihr Essen erzeugt wird, ist ihr herzlich egal. Von gesunder Ernährung kann man bei ihr auch nicht wirklich sprechen, schon gar nicht von Kochkunst (dafür backt sie aber herrlich!).
Weil ich es Leid war, sie jeden Sonntag Salat und Knödel mümmeln zu sehen, während sich der Rest der Familie den Sonntagsbraten schmecken ließ, fing ich an, an den Familiensonntagen vegetarisch zu kochen, so dass nun an zwei von drei Sonntagen einfFleischloses Festmahl auf dem Programm steht.

Dennoch kamen und kommen immer wieder Spitzen von SchwiMu an den Tagen, an denen es Fleisch gibt. Wie man ein so süßes Lämmchen essen könne, ob wir wüssten, wie die arme Sau gelitten hat etc.
Eines Tages ist mir deshalb echt der Kragen geplatzt.
Ich hielt ihr vor, dass ihre Eier aus der Käfighaltung kommen - nicht die, die sie selbst kauft, aber die, die sich in zahllosen von ihr verkonsummierten Produkten verstecken, von der Eiernudel über das Soßenpulver bis hin zum Butterkeks.
Dass Joghurt, Milch und Käse aus dem Supermarkt ebenfalls von Tieren stammen, die mies gehalten, mit artfremdem Futter (nämlich Getreide und Sojaschrot statt Gras und Heu) gefüttert und buchstäblich bis aufs Blut ausgemolken werden und auf die am Ende eines viel zu kurzen Lebens zum Dank für ihre Mühen allenfalls noch eine Karriere in der Katzenfutterdose wartet.
Und dass für ihren Tofu und ihre Sojawürstchen Regenwälder gerodet, Tiere vertrieben und zB den Orang-Utans der letzte Lebensraum entzogen wird. Wer sich so ernährt, muss gar kein Tier essen, um Tierblut auf dem Teller zu haben!

Ich finde, zur Entscheidung zum Vegetarismus gehört mehr, als nur Mitleid.
Ihr Nicht-, Teil- und Komplettvegetarier und Veganer habt alle gute Argumente gebracht für eure Art, zu essen.
Einige Argumente leuchten mir sicher mehr ein als andere, aber darauf kommt es nicht an. Wichtig ist, sich generell darum Gedanken zu machen, wo herkommt, was wir brauchen oder haben möchten. Mir kommt zB kein Kaffee mehr in die Tasse, der nicht FairTrade-zertifiziert ist. Weil mir mal ausnahmsweise die MENSCHEN Leid tun, die bei konventionellen Produkten unter erbärmlichen Umständen arbeiten müssen. Da reicht es mir nicht, zu wissen, dass Kaffee ja ohnehin schon vegetarisch, ja sogar vegan ist.

Was das lab angeht:
Mikrobiell hergestelltes Lab stammt von gentechnisch veränderten Bakterien, die als Stoffwechselprodukt eben Lab ausscheiden. Damit habe ich eigentlich mehr Probleme, als mit Lab aus Kälbermägen. Wenn ich das Kalb essen kann, kann ich ja auch das Lab verwenden, das ist nur konsequent. Gegen gentechnik hab ich aber was, akzeptiere sie nur, wenn zB Insulin damit hergestellt wird (das sonst auch aus Schweine-Bauchspeicheldrüsen und in viel zu geringer Menge als benötigt hergestellt werden muss). Das Problem mit der zu geringen Verfügbarkeit verannlasst mich dann leider, doch etwas zu essen, was ich eigentlich nicht unterstützen möchte (deshalb esse ich auch nix mehr mit so genannten "natürlichen Aromen", weil die eben auch gentechnisch hergestellt werden).
Am Liebsten wäre es mir, Käse zu essen, der mit Labkraut dickgelegt wurde, aber davon hat man auch in meinem Bio-Laden noch nix gehört...
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BeitragVerfasst am: 31 Mai 2012 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stimme Dir voll zu. Ich kenne den Begriff "Puddingvegetarier" für Leute, die keine Tiere essen, sich aber sonst nicht darum scheren, was sie essen. Für mich ist das ein Schritt, geht aber nicht weit genug.

Was allerdings meines Wissens nicht stimmt ist die Sache mit dem mikrobiellen Lab. Im Bioladen ist es nicht erlaubt, dass dieses von genveränderten Organismen stammt. Es gibt nämlich auch Pilze, die völlig ohne Gentechnik labähnliche Stoffe produzieren und im Biobereich werden diese genutzt. Oder eben tierirsches. Pflanzliches dagegen ist in D verboten. Da arbeitet Dein Bioladen also völlig korrekt.
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Morgan
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BeitragVerfasst am: 31 Mai 2012 11:10    Titel: Antworten mit Zitat

Toll, das hab ich nun nicht gewusst.
Da kann ich also beruhigt weiter meinen Bio-Käse genießen und muss mir keine Gedanken machen!
Vielen Dank für den Hinweis, er hat mich wirklich erleichtert.
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BeitragVerfasst am: 31 Mai 2012 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Das freut mich. Ich habe gleich mal die Besitzerin meiens Bioladens gefragt, als ich heute dort war. Sie wollte sich nochmal genau erkundigen, war aber bezüglich der Gentechnik gleicher Meinung wie ich. Hier ist ein Artikel, der etwas Licht ins Dunkel bringt: http://www.schrotundkorn.de/1998/sk9812e5.htm
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BeitragVerfasst am: 15 Jul 2012 16:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich persönlich lebe seit etwas über zwei Jahren vegan, bin jedoch mit meiner Ernährung noch nicht richtig zufrieden. Ich lebe noch zu hause und bin Vollzeitstudentin, meine Mutter entscheidet, was gekauft wird. Die kauft mir zwar gerne vegane Lebensmittel und geht auch ab und zu in den Bioladen, allerdings sind die meisten Produkte, die für die ganze Familie gedacht sind, nicht bio oder regional. Mittlerweile werden keine Eier aus Boden-oder Käfighaltung mehr gekauft, doch das ist ja nur ein winziger Schritt. Ich kann jedoch leider nicht verlangen, dass der restliche Einkauf ebenfalls umgestellt wird, weil ich mit dieser Meinung gegen Wände laufen würde. Zumindest weiß ich jedoch dadurch schon mal, was ich anders machen werde, wenn ich ausziehe.
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