Schönheitsideale - Haare
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JolandaRingelblume
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BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

Also gut, zu meinem Punkt a)
Frauengeschichte bedeutet, die Geschichte aus der Perspektive der Frauen zu betrachten. Das heißt nicht, daß sich Ereignisse anders abgespielt haben müssen, aber es gibt den Ereignissen eine andere Gewichtung. Zum Beispiel haben Kriege für Frauen eine andere Bedeutung, da viele ihre Männer verlieren und somit viel stärker auf sich selbst und andere Frauen angewiesen sind. Der Krieg bekommt somit eine andere Gewichtung. Ähnlich kann man mit anderen Ereignissen verfahren. In den USA z.B. hat der Unabhängigkeitskrieg für die Frauen vielleicht eine wesentlich geringere Bedeutung als z.B. die Suffragettenbewegung oder der NewDeal (eine Sozialgesetzgebung Anfang des 20. Jahrhunderts). Die Einrichtung des Kriegsministeriums ist für sie unerheblicher als die Errichtung des Children's Bureau.

Problematisch dabei ist, daß wesentlich mehr Dokumente über konventionelle (nennen wir es ruhig männliche) Geschichtsereignisse existieren, bzw. die vorhandenen Quellen zur Frauengeschichte unausreichend ausgewertet worden sind.

Würde dies getan werden, stellte sich vielleicht heraus, daß Frauen, Männern in der Geschichte gar nicht so unterlegen waren, sonder schon immer einen eigenen Weg gegangen sind.

Natürlich gibt es dabe sehr dunkle Punkte, wie z.B. die Hexenverfolgung, in der es eine Tendenz gab, Frauen zu unterdrücken. Aber vielleicht käme auch heraus, daß sich aus Sicht der Frauengeschichte Männer unterdrückt gefühlt haben, indem sie in medizinischen und kultischen Bereichen zunächst überhaupt nicht zugelassen waren, was wiederum diese negativen Reaktionen herausgefordert hat.

Ich will damit nicht gutheißen was geschah. Ich versuche dabei, gemäß der Geschichtswissenschaft möglichst neutral zu stehen. Erst nach diesem Schritt finde ich es im übrigen gut, wenn gemäß der Geschichtskultur eine Wertung für uns Heutige vorgenommen wird.

Wie schon gesagt, ich finde beides notwendig, mag aber für mich und meine Neugierde den ersteren Weg wählen. Das heißt nicht, daß ich von allen verlange, das auch so zu tun. Dennoch versuche ich natürlich meinen Standpunkt klar zu machen und hoffe, daß wir daraus gemeinsam Schlüsse ziehen können oder eben nach einer exakteren Sichtweise weitersuchen.

Ich hoffe, ich habe Licht ins Dunkel meiner eigenen Aussagen gebracht. Wenn ich auch ziemlich vom Thema abgekommen bin. Das mit dem "emanzipiert werden" habe ich vielleicht mißverständlich und zu harsch ausgedrückt. Ich halte mich selbst für eine Frau, die weiß was sie will und dies auch unabhängig von Männern.

lg
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BeitragVerfasst am: 23 Nov 2006 13:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ah! Idee

Zitat:
Problematisch dabei ist, daß wesentlich mehr Dokumente über konventionelle (nennen wir es ruhig männliche) Geschichtsereignisse existieren, bzw. die vorhandenen Quellen zur Frauengeschichte unausreichend ausgewertet worden sind.

Würde dies getan werden, stellte sich vielleicht heraus, daß Frauen, Männern in der Geschichte gar nicht so unterlegen waren, sonder schon immer einen eigenen Weg gegangen sind.


Na da sind wir uns einig! ich glaube auch, dass mit einem anderen Blick die permanente Unterdrückung von Frauen etwas fraglicher werden könnte. Oder besser: Deren angeblich mangelnder Beitrag zu Kultur würde arg fraglich werden.
Aber wie nun den Bogen zu Morris zurück schlagen? Weil der hat doch, wen ich das richtig verstanden habe, einfach behauptet, alles Mögliche (so auch das Ideal der Haarlosigkeit bei Frauen) habe biologische Gründe. Und da kommen wir doch dann mit Geschichtsschreibung nicht weiter, wenn jemand einfach behauptet: Das ist biologisch" Und Punkt. Oder nicht?
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JolandaRingelblume
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BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

Die Verbindungslinie ist für mich zwar eine Gefühlte und eine sehr Lange, aber beide Theorien haben etwas gemeinsam. Nämlich die, daß sie mögliche Erklärungen für die Dinge sind.

Morris sagt nicht: "Das ist so und Punkt." Das sollte kein Wissenschaftler, weder Natur- noch Geisteswissenschaftler. Er stellt seine Theorien vor und hat sie ja auch begründet. In sich kohärent. Für mich zumindest.

Auch wenn ich etwas abgeschweift bin, wollte ich glaube ich sagen, daß es verschiedene mögliche Erklärungen gibt. Die von Morris leuchtet mir - immer noch Laughing logisch - ein. Deswegen lehne ich aber moderne Erklärungsmodelle aus dem Genderbereich nicht ab. Die greifen an anderen Stellen.

So war das.

lg
Jol
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Merin
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BeitragVerfasst am: 24 Nov 2006 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

Na wenn das so ist!
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